Mo, 20. November 2017

Personalrochade

04.08.2015 13:36

Lugar wird neuer Klubobmann des Team Stronach

Nachdem Frank Stronach trotz der Ankündigung, im ORF-"Sommergespräch" werde "etwas Großes passieren", am Montagabend dann doch nicht mit einer Überraschung aufwarten wollte, hat der 82-Jährige am Dienstagvormittag die Weichen für die Team-Stronach-Zukunft gestellt: Robert Lugar löst die glücklos agierende Waltraud Dietrich ab und wird neuer Klubchef.

"Es ist ein schöner Tag, weil ich Verantwortung abgeben darf. Robert Lugar übernimmt nun eine Last, die ich in den letzten Monaten getragen habe." Mit diesen Worten verkündete Dietrich in einer mit Spannung erwarteten Pressekonferenz am Vormittag in Wien ihren Rücktritt. Dietrich überreichte Lugar einen prallen Wanderrucksack, garniert mit einer Österreich-Flagge. "Trage die Bürde mit Würde", so ihr Abschiedsgruß.

Dietrich: "Ich setze diesen Schritt gerne"
Dietrich bleibt weiterhin Abgeordnete und versicherte, sie werde beim Team Stronach bleiben. Die Entscheidung, ihre Funktion an der Klubspitze zurückzulegen, habe sie schon vor einigen Wochen gefasst, hielt sie fest. Sie habe aber gewartet, bis der Parteigründer wieder in Österreich ist, um das persönlich mit ihm zu besprechen. "Ich setze diesen Schritt gerne", betonte Dietrich, die sich angesichts der jüngsten Überläufer zur ÖVP bei den Wählern entschuldigte. "Es ist eine Schande für eine christliche Partei, Mandatsraub zu begehen", erklärte sie mit Blick auf die ÖVP. Für sie selbst sei es nie in Frage gekommen, zur Volkspartei zu wechseln, meinte Dietrich.

Lugar will Stronachs "geistige Revolution" umsetzen
Lugar kündigte an, man werde sich wieder auf die Inhalte konzentrieren und programmatischer agieren. Das Team Stronach müssse "dort zurückfinden, wo wir gestartet sind", es gelte Stronachs "geistige Revolution" durchzuziehen. Das Nationalratsteam sei nun zwar kleiner, aber auch "eingeschworener" - die "Situation ist nicht einfach, aber es ist machbar. Wir haben riesige Aufgaben vor uns", so Lugar.

Frank Stronach bleibt Parteichef
Frank Stronach selbst möchte Parteichef bleiben, solange "es nötig ist". Ansonsten legte er wieder einmal sehr ausführlich seine bereits bekannten Standpunkte dar und referierte etwa über Angela Merkel und die Griechenland-Krise, oder warf dem Politologen Peter Filzmaier vor, ständig nur zu kritisieren und keine Lösung anzubieten. Über die abtrünnigen Mandatare und vor allem über seine ehemals engste Vertraute, Kathrin Nachbaur, wollte sich Stronach nicht ärgern: "Das Leben geht weiter. Das Gute ist, dass jetzt die Frauen in unserem Klub die Mehrheit haben." Am Vorabend hatte Stronach mit der Aussage für Aufregung gesorgt, wonach Frauen auch "Menschen wie wir" seien.

Querelen in oberösterreichischer Landespartei
Eine weitere Personalentscheidung war bereits am Dienstagmorgen getroffen worden: Der Abgeordnete Leo Steinbichler wird bei der oberösterreichischen Landtagswahl im Herbst mit einer eigenen Liste antreten. Frank Stronach will weder seinen Namen noch Geld für den Urnengang hergeben. Zuletzt hatte es Querelen rund um die oberösterreichische Landespartei gegeben. So hatte Stronach deren Schließung angekündigt, weil Steinbichler entgegen der Meinung der Bundesparteispitze bei der Landtagswahl kandidieren wollte.

Im ORF-Sommergespräch gestand Stronach Steinbichler zwar zu, zu kandidieren. "Den Namen Stronach kannst nicht verwenden, und ein Geld gebe ich auch nicht", habe er ihm aber gesagt. Steinbichler findet das "selbstverständlich in Ordnung", wie er am Dienstag sagte. Er werde keine neue Partei gründen, aber mit der eigenen Liste "Kompetenzplattform - Wir für Oberösterreich" antreten.

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden