So, 17. Dezember 2017

Drogenutensilien

24.07.2015 14:23

Gefahr durch Spritzen am Grünen Damm in Hard

Kinder springen lachend durch die Wiese, die Sonne brennt vom Himmel, der Duft von Badeöl liegt in der Luft. Doch Vorsicht, was funkelt da im Gras? Ein Spritze. Achtung, nicht drauftreten!

Drei Spritzen, davon war eine noch mit einer Nadel bestückt, hat der Autor dieser Zeilen persönlich am Grünen Damm in Hard gefunden und zur Anzeige gebracht. Kein Zweifel also: Wenn es dämmert und die Badegäste sich langsam auf den Heimweg machen, schleichen Junkies im beliebten Erholungsgebiet herum, um dann ungestört in den Drogenrausch abzuheben – auf dem Boden zurück bleiben nur noch Besteck und Spritzen.

Gemeinde Hard reagiert
Das Harder Rathaus bestätigt auf Anfrage der "Kronenzeitung", dass in der Vergangenheit immer wieder Spritzen am Damm gefunden bzw. gemeldet wurden. Die Situation ist also bereits bekannt. Doch was wird dagegen unternommen? "Wir haben den in unserem Auftrag agierenden privaten Sicherheitsdienst angewiesen, spezielles Augenmerk auf diese Problematik zu legen und bei Auffälligkeiten sofort die Polizei zu informieren", erklärt Dr. Martin Vergeiner, Amtsleiter der Marktgemeinde, und führt fort: "Wir pflegen auch einen engen Kontakt mit der Polizeidirektion Hard, die das Seeufer in nächster Zeit mit speziell ausgebildeten Suchtgifthunden bestreifen wird."

Heroin und Medikamente
Bernhard Amann, Leiter der Dornbirner Kontakt- und Anlaufstelle "Ex & Hopp", weiß ebenso um die Problematik am See. Schon seit Jahren fordern er und sein Team daher auch für Bregenz eine entsprechende Einrichtung. Denn auch in der Landeshauptstadt wurden in den vergangenen Wochen mehrfach Spritzen am Bregenzer Seeufer gefunden. Amann: "Das Aufgabenprofil einer Drogenberatungsstelle beinhaltet unter anderem die professionelle Ver- und Entsorgung von Spritzen und Spritzmaterial durch Sozialarbeiter und Streetworker. Von Bregenz aus könnte auch Hard mitbetreut werden." Und was wird im Schutz der Dunkelheit eigentlich konsumiert? "Heroin ist nach wie vor auf dem Markt und wird logischerweise intravenös konsumiert. Andererseits ist es auch gängige Praxis, verschriebene Medikamente und Substitutionsmittel zu spritzen", weiß der Experte.

Was tun?
Sollten Badegäste oder Spaziergänger gebrauchte Spritzen finden, entsorgen sie diese – sofern ohne Nadel – einfach im Müll. Spritzen mit Kanüle können bei Apotheken, Drogeneinrichtungen sowie Polizeiinspektionen abgegeben werden. "Wer auf Nummer sicher gehen möchte, ruft uns am besten an. Wir holen dann die gebrauchte Spritze vor Ort ab und entsorgen sie", informiert Manuel Winkel von der Suchtmittelabteilung der Polizeiinspektion Hard.

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