Mi, 22. November 2017

„Krone“ in Athen

15.07.2015 16:41

Austro-Griechinnen: „Die Träume sind weg!“

"Die Träume der Griechen sind weg!" - sechs Worte, die alles sagen. Ausgesprochen haben sie Elfriede Damalas (68) und Marion Hoffmann (61) - seit Jahrzehnten leben die Österreicherinnen in Athen. Ihre Prognosen sind düster.

Eine klimatisierte Dachterrasse im Herzen der griechischen Hauptstadt: Was sich gerade bei 36 Grad gegenüber dem Regierungsgebäude abspielt, ist nur leise zu hören - Parolen ertönen über Lautsprecher, von Menschen, die nur noch wütend sind.

Elfriede Damalas lebt seit 1977 in Athen, Marion Hoffmann seit 20 Jahren. Sie überschlagen sich förmlich, wenn sie erzählen. Von der Vergangenheit, dem Eintritt in die Eurozone, mit dem "die Welt plötzlich offenstand". Banken warben mit Krediten: für einen Urlaub, ein neues Auto. "Wer hätte das nicht angenommen?"

"Produktivität systematisch getötet"
Was jedoch niemand bedacht hatte im großen Europa - dessen sind sich die Frauen bewusst -: "Griechen waren immer anders." Bauern, Familienmenschen: ein fast orientalisches Volk, das das Leben lebt. Doch plötzlich "wurde die Produktivität systematisch getötet", sagt Hoffmann. Damalas hat drei Söhne, zwei davon sind nach Österreich zurückgegangen - ihr Jüngster blieb und ist arbeitslos. Wie mehr als 50 Prozent der Jugend. Drei Millionen Griechen haben keine Krankenversicherung, Pensionisten mehr als die Hälfte ihrer staatlichen Gelder verloren, Kinder können nicht mehr geimpft werden.

Damalas: "Das ist eine gesundheitliche Bombe. Die Angst, dass die Stimmung kippt, ist groß." Die Österreicherinnen haben einen Ausweg, auch wenn sie ihn (derzeit) nicht in Betracht ziehen: "Wir können einfach gehen." Die Griechen nicht.

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