Di, 12. Dezember 2017

Kam kurz zuvor frei

13.07.2015 23:00

Palästinenser zu jung für Jerusalem - verhaftet

Israel hat am Sonntag einen 37-jährigen Palästinenser aus der Haft entlassen, der seit einem Jahr ohne Anklage im Gefängnis gesessen hatte und seit 56 Tagen im Hungerstreik war. Doch seine Freiheit konnte Khader Adnan, dessen Gesundheitszustand als sehr schlecht beschrieben wird, nicht allzu lange genießen. Denn bereits am Montag wurde der 37-Jährige verhaftet. Der Grund: Adnan hielt sich in der Altstadt von Jerusalem auf, dies ist aber für Palästinenser aus dem Westjordanland erst ab einem Alter von 50 Jahren gestattet.

Eine Sprecherin der israelischen Polizei betonte allerdings, dass es sich um keine wirkliche Festnahme handle. Vielmehr wollte man "den Grund für den Gesetzesverstoß untersuchen", so die Sprecherin. Ein anderer Sprecher betonte: "Adnan ist ein Aktivist der Gruppe 'Islamischer Dschihad' und daher ist es ihm untersagt, israelisches Territorium zu betreten." Der Islamische Dschihad wird von Israel als terroristische Gruppierung eingestuft.

Auf dem Weg zum Fastenbrechen verhaftet
Ein Sprecher der Palästinensischen Autonomiebehörde erklärte, dass Adnan während seiner Fahrt zu Al-Aksa-Moschee verhaftet worden sei. Dort habe der 37-Jährige an einer heiligen Zeremonie im Rahmen des Fastenbrechens teilnehmen wollen. Zuvor hatte der Freigelassene an einem eigens für ihn organisiertem Fest in der palästinensischen Stadt Dschenin teilgenommen.

Adnan hatte sich vor drei Jahren bereits einmal mit einem 66-tägigen Hungerstreik gegen seine damalige Inhaftierung gewehrt und schließlich seine Freilassung erreicht. Damals hatte er allerdings Vitamine und Salz zu sich genommen, dieses Mal trank er lediglich Wasser.

Solidaritätskundgebungen für Adnan im Vorjahr
Im Zuge einer Verhaftungswelle, die sich im Vorjahr nach der Ermordung von drei israelischen Jugendlichen im Westjordanland gegen Mitglieder der palästinensischen Hamas-Bewegung richtete, wurde der 37-Jährige erneut verhaftet. Seine Inhaftierung sorgte für Solidaritätskundgebungen im Westjordanland. Die Palästinenserregierung warnte, Israel trage die Verantwortung, sollte Adnan infolge seines Hungerstreiks sterben. Die israelische Regierung brachte daraufhin ein Gesetz auf den Weg, das die Zwangsernährung von Häftlingen im Hungerstreik erlaubt.

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