Fr, 15. Dezember 2017

Erstmals über 60

03.07.2015 10:41

Pensionen: Antrittsalter machte massiven Sprung

Massiver Sprung beim Pensionsantrittsalter: Mit Stichtag 30. Juni lag es nunmehr bei 60 Jahren und einem Monat. Gegenüber dem gleichen Datum des Vorjahres bedeutet das einen Anstieg um nicht weniger als 13 Monate. Betrachtet man nur die Alterspensionen, ist der Anstieg mit sechs Monaten auf 61 Jahre und sechs Monate allerdings deutlich geringer, wie aus dem am Freitag von Sozialminister Rudolf Hundstorfer veröffentlichen Pensionsmonitoring hervorgeht.

Der Unterschied zwischen dem Gesamt-Schnitt und den Alterspensionen rührt daher, dass im Vorjahr die Invaliditätspension für Unter-50-Jährige durch ein Reha-Geld abgelöst wurde, womit diese Gruppe aus der Pensionsstatistik fällt. Durch diesen statistischen Kunstgriff war bereits im Vorhinein klar, dass das Antrittsalter deutlich steigen wird.

17 Prozent weniger neue Pensionisten
Aber auch ohne diese Besonderheit zeigt die Statistik, dass die gesetzten Reformen, wie etwa der erschwerte Zugang zur Hacklerregelung, ihre Wirkung entfalten. So hat sich auch die Zahl der Pensionsneuzugänge deutlich reduziert. Im ersten Halbjahr 2014 sind noch 44.300 Menschen in Pension gegangen, in den ersten sechs Monaten 2015 nur noch 36.827 - das sind um 17 Prozent weniger. Auch die Zahl der Neuzugänge in die Alterspension (inklusive Frühpensionen) ist von 32.824 auf 29.089 zurückgegangen.

Nach Geschlechtern betrachtet stieg das Antrittsalter bei den Männern um 13 Monate auf 61 Jahre und drei Monate, bei den Frauen ebenfalls um 13 Monate auf 59 Jahre und einen Monat. Betrachtet man nur die Alterspensionen, gab es bei den Männern einen Anstieg um sechs Monate auf 63 Jahre und sieben Monate, bei den Frauen um knapp sieben Monate auf 60 Jahre und einen Monat.

Hacklerregelung stark rückläufig
Bei der Hacklerregelung sind die Neuzugänge um 43 Prozent auf 5.766 Fälle zurückgegangen, bei der Invaliditätspension haben sich die Neuzugänge um 33 Prozent auf 7.738 Fälle verringert. Gleichzeitig stieg die Zahl der Menschen, die in die normale Alterspension (Männer 65 Jahre, Frauen 60 Jahre) gehen, von 16.396 im ersten Halbjahr 2014 auf 17.191 im gleichen Zeitraum 2015.

Hundstorfer zeigte sich am Freitag erfreut, dass mit dem Antrittsalter von 60,1 Jahren der Zielwert, den sich die Regierung für das Jahr 2018 gesetzt hat, schon jetzt erreicht sei. Gleichzeitig versprach der Sozialminister, in den Bemühungen, das tatsächliche Antrittsalter an das gesetzliche anzunähern, nicht nachzulassen.

"Die Botschaft ist bei den Menschen angekommen, dass es für die eigene Pension sehr viel bringt, wenn man möglichst lange im Erwerbsleben bleibt", so Hundstorfer. Er wies darauf hin, dass es keine abschlagsfreie Frühpensionsart mehr gibt. "Wer heute in die Korridorpension geht, hat bis zu 25 Prozent weniger Pension als einer, der erst mit 65 Jahren seine Pension antritt. Wer die Langzeitversichertenregelung in Anspruch nimmt, muss mit einer bis zu 20 Prozent geringeren Pension rechnen - für das gesamte restliche Leben."

Dürftige Beschäftigungsquote bei Generation 60plus
Wermutstropfen ist die geringe Beschäftigungsquote der 60- bis 65-Jährigen. Hundstorfer: "Heute haben wir in dieser Altersgruppe eine Beschäftigungsquote von 26,9 Prozent, das ist immerhin um 5,9 Prozentpunkte mehr als 2012. Die im Pfad der Bundesregierung vorgesehene Marke von 35,3 Prozent ist damit aber noch nicht erreicht." Der Sozialminister verweist darauf, dass die Mittel zur Wiedereingliederung von Arbeitnehmern über 50 in den Arbeitsmarkt auch für das kommende Jahr erhöht und die Teilpension diese Woche im Sozialausschuss beschlossen worden sei. Für das von ihm angestrebte Bonus/Malus-System zur Beschäftigung älterer Arbeitnehmer gibt es allerdings immer noch keine Einigung.

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