Mo, 21. Mai 2018

Gegen Land NÖ

24.06.2015 17:02

Bürgeranwalt kämpft um Gerechtigkeit für Bub (5)

Acht lange Monate sind vergangen, seit ein St. Pöltner Richter den Prozess eingeläutet hatte - Monate, in denen Philipp nichts von alledem, was sich um seine Person abgespielt hat, mitbekommen hat. Denn der fünfjährige Bub aus dem niederösterreichischen Kottingbrunn hat bei seiner Geburt schwere Hirnschäden davongetragen. Schuld daran will niemand sein.

Die Mühlen der Behörden mahlen langsam. "Im 21. Jahrhundert sollten Prozesse aber nicht so lange geführt werden, wenn das Verschulden an einem Minderjährigen eindeutig gegeben ist", so der Anwalt von Philipps Familie, Alfred Boran, der jetzt auch Schützenhilfe von Bürgeranwalt Peter Resetarits bekommt.

Denn Philipp, der fröhliche Junge, der nach außen hin topfit aussieht, wird den Alltag nie so erleben können wie seine Altersgenossen. Bei seiner Geburt im Landesklinikum Mödling soll er massiven Sauerstoffmangel erlitten haben - Gutachter-Koryphäe Peter Husslein spricht von einer "mit großer Wahrscheinlichkeit mangelhaften Geburtsleitung".

Angesichts dessen hält Boran die damals vom Land Niederösterreich ausbezahlten 20.000 Euro aus dem Patienten-Entschädigungsfonds für eine Farce: "Das Kind ist sein Leben lang behindert." Ohne tägliche Therapien könne Philipp gar nichts. Nicht einmal krabbeln. Die Millionenklage gegen das Land Niederösterreich ist lange eingebracht, "ein Vergleich wäre wünschenswert", so Boran. Juristen feilschen - auf dem Rücken eines Kindes.

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