Mi, 22. November 2017

„Gestehe Fehler ein“

21.06.2015 15:48

SPÖ-Mandatar Muchitsch kündigt Billig-Wohnung

Nach der Kritikwelle an seiner billigen Wohnung hat der SPÖ-Nationalratsabgeordnete Josef Muchitsch die Konsequenzen gezogen: Er werde den Mietvertrag "sofort kündigen", sagte er am Sonntag. "Ich gestehe einen Fehler ein", so Muchitsch weiter. Nun wolle er wieder "an meiner politischen Tätigkeit gemessen werden".

Grund der Aufregung war, dass Muchitsch in ein Haus der Sozialbau AG einziehen wollte, wobei er für die 37-Quadratmeter-Wohnung mit Balkon in Parlamentsnähe im 8. Wiener Gemeindebezirk günstige 285,99 Euro inklusive Betriebskosten bezahlt hätte. Für Empörung in der Öffentlichkeit und bei der politischen Konkurrenz sorgte vor allem seine Rechtfertigung: "Ich habe eine Frau und drei Kinder. Ich bezahle sicher nicht 1.000 Euro für eine Wohnung."

"Höhere moralische Ansprüche" an Politiker
Muchitsch teilte am Sonntag mit, dass "rechtlich keinerlei Gründe gegen die Anmietung sprechen". Aber an Politiker würden "zu Recht höhere moralische Ansprüche gestellt" und "es entspricht meinem Selbstverständnis von Politik, nichts zu beschönigen und keine Ausreden zu suchen". Bei den 37 Quadratmetern "als reine Schlafgelegenheit" in der Nähe seines Arbeitsortes zu einem Quadratmeterpreis von 7,73 Euro handle es sich nicht um eine Sozialwohnung, erklärte Muchitsch, da für das ausfinanzierte Haus keine Einkommensgrenzen mehr gelten.

Dass er die Gelegenheit wahrgenommen habe, die günstige Wohnung anzumieten, bedauere er und werde den Mietvertrag kündigen, so Muchitsch. Er werde sich aber nicht mundtot machen lassen und weiterhin "unbeirrt gegen Lohn- und Sozialdumping, gegen Sozialbetrug und für ein neues, faires Bundesvergabegesetz kämpfen".

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