Mi, 25. April 2018

Nightmares on Wax

15.04.2006 16:56

Immer schön langsam: Nightmares on Wax

In den 90ern schuf George Evelyn mit „Smoker’s Delight“ ein Album, dass aufgrund seiner Relaxtheit nicht nur Freunde von bewusstseinserweiternden Rauchwaren begeisterte. Auf dem nunmehr fünften Album von „Nightmares on Wax“ bleibt George seinem Patentrezept treu: gelassener Downbeat-Minimalismus zum Entspannen.

Was als Kontrast zu den hektischen Techno-Beats der 90er-Jahre entstand, hat auch 2006 nichts an seinem Reiz verloren. Die Rede ist von „Downbeat“, jenen langsamen, vom Hip Hop geprägten Beats, die zum Relaxen und Entspannen einladen. Ein Meister dieses Genres ist zweifelsohne Nightmares on Wax. Auf „In a space outta sound“ beweist Soundtüftler George Evelyn erneut sein Gespür für lässig dahinplätschernde Grooves.

Basis seines zwölf Songs umfassenden Longplayers sind immer noch treibende Hip Hop-Beats, aber auch Reggae-, Dancehall- oder Funk-Einflüsse lassen sich finden. Allerdings muss man mitunter schon danach suchen, denn George geht es bei jedem seiner Songs äußerst langsam an: Erst nach und nach und ganz allmählich stoßen neue Sound-Fragmente, Samples und Harmonien hinzu, um das Arrangement langsam anschwellen zu lassen und dem Song mehr Tiefe zu verleihen. Ganz getreu dem ökonomischen Prinzip: Minimaler Input, maximaler Output.

So beginnt „In a space outta sound“ mit einem gemächlichen Beat, der von Orgeln und Streichern getragen wird („Passion“), geht über dass dubbige „Flip ya lid“ zum kickenden, mit Bläsern gespickten „Pudpots“. Auf „Damn“ kommen orientalische Klänge mit dem souligen Gesang von Chyna B. und einem Gospelchor zusammen, um dann auf „Deepdown“ von afrikanischen Trommelklängen abgelöst zu werden. Feinsten Motown-Soul gibt es hingegen dank Sänger Mozez von „Zero 7“ auf „I am you“. Nicht nur die wahrscheinlich schnellste, sondern auch beste Nummer des Albums.

Nach hektischen Tagen ist „In a space outta sound“ genau das Richtige, um wieder zur inneren Ruhe zurückzufinden. Allerdings muss man sich schon ein wenig auf das mitunter sehr minimalistische Songmaterial einlassen, um sich all seiner Komplexität bewusst zu werden.

Auf der Homepage von Nightmares on Wax (siehe Infobox) kannst du in sämtliche Songs des neuen Albums reinhören.

Fazit: 7 von 10 Schlafpillen

von Sebastian Räuchle

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