Do, 14. Dezember 2017

"Entsetzlich!"

03.06.2015 17:09

Riesenwirbel um FPÖ-Demo vor Wiener Asylquartier

Ein Foto der FPÖ-Demo am Mittwoch in Wien sorgt für Furore und Entsetzen im Internet: Es zeigt ein ankommendes Flüchtlingskind und seine Familie, die von den rund 20 anwesenden FPÖ-Demonstranten mit "Nein zum Asylantenheim!"-Schildern "begrüßt" werden.

Rund 20 Menschen folgten am Mittwochvormittag dem Aufruf der Wiener FPÖ, um gegen das Asylquartier in der Erdberger Straße in Wien-Landstraße zu protestieren. Ausgerüstet mit Schildern forderten sie die Schließung des Quartiers, in dem rund 300 Menschen, größtenteils aus Syrien, untergebracht sind.

Das Bild von der Demo schockiert viele Online-User. "Wie muss man gestrickt sein, um sich so dahin zu stellen?" hinterfragt ein User die Menschlichkeit hinter der Aktion. "Widerwärtig, wie die FPÖ Kriegsflüchtlinge, die alles verloren haben, begrüßt!", schimpft ein anderer. Und "Wer wissen will, wie der Wien-Wahlkampf wird - genau so!", lautet die Prognose einer anderen Twitter-Reaktion.

FPÖ: "Wien übererfüllt Quote"
Geht es nach der FPÖ, soll das Quartier geschlossen werden: "Wien übererfüllt seine Quote, das ist ungerecht für die Landstraßer Bevölkerung, aber auch die Wiener Bevölkerung", betonte Bezirksparteiobmann der FPÖ Landstraße, Dietrich Kops. Stattdessen solle man Kasernen für Asylwerber öffnen und diese dort unterbringen - möglichst fernab von Ballungszentren. Unterstützung erhielt er von rund 20 Teilnehmern bei der Demo.

Gegendemo: "Kein Mensch ist illegal"
Auf der Gegenseite versammelten sich rund 100 Menschen, um die Flüchtlinge lautstark willkommen zu heißen: "Kein Mensch ist illegal" stand ebenso auf Schildern von Aktionisten und Anrainern wie "Asylsuchende herzlich willkommen. Auch in meiner Umgebung".

"Wir glauben, dass Flüchtlinge, die traumatisiert zu uns kommen und hier leben müssen, nicht von einer aufgeganselten FPÖ gestört werden dürfen", betonte Nikolaus Kunrath, Sprecher der Initiative "Jetzt Zeichen setzen!". Die Aktion der FPÖ ziele bewusst auf Hetze ab, nicht auf eine sachliche Debatte.

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