Do, 23. November 2017

Bettler in Salzburg

28.03.2015 18:40

Zweijähriges Kind hauste unter Brücke

Das Salzburger Jugendamt schritt bei einer Bettlerfamilie ein. An der Vogelweiderstraße sind die Zustände derzeit besonders arg. Seit Tagen nächtigen dort 30 Menschen.

Die dokumentierten Bilder aus der Nacht zum Samstag sind erschreckend: Ein zwei Jahre altes Kind, seit Tagen in Salzburg, schläft zwischen seinen Eltern bei knappen Plusgraden unter der Baron-Schwarz-Park-Brücke. Kein Wasser, keine Toilette, kein Bett.

Seit Tagen bieten sich dem städtischen Ordnungsamt dramatische Anblicke in notdürftigen Lagern von Bettlern im gesamten Stadtgebiet. Die Beamten müssen massiven Beschwerden aus der Bevölkerung nachgehen – ob sie wollen oder nicht – vor Ort sind sie aber so gut wie machtlos. Das Jugendamt wurde zur Überprüfung eingeschaltet, doch das Kind kann den Eltern wegen der rechtlichen Lage nicht so einfach abgenommen werden. Die Gefahr im Verzug ist nicht so einfach nachzuweisen, zumal die Familie sich um das Kind auch kümmert. Die Frauenhäuser sind außerdem überfüllt, die Plätze in den Caritas-Archen Nord und Süd hoffnungslos belegt. Außerdem werden dort keine Kinder aufgenommen. In Lehen versuchen Bettler in die Arche zu kommen, werden aber wegen Platzmangel abgewiesen, Nachbarn melden deshalb Konflikte.

Beschwerden über Müll und Exkremente
Die Situation bei der Baron-Schwarz-Park-Brücke wird indessen immer ärger: Bis zu 30 Menschen nächtigen dort unter freiem Himmel und unter katastrophalen hygienischen Zuständen. Die Beschwerden über Müll, Exkremente und Ängste um allein zur Schule gehende Kinder reißen nicht ab. Beim Kraftwerk Lehen wurde ein geräumtes Lager ebenfalls in der Nacht aufgefunden, zurück blieben mengenweise Abfall und Dreck. Die Müllabfuhr musste zum Saubermachen ausrücken. Die Habseligkeiten werden hingegen zum Wirtschaftshof gebracht, binnen Stunden aber wieder abgeholt. Die Herbergssuche beginnt dann von vorne.

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