Sa, 16. Dezember 2017

Nicht in Haft

24.03.2015 19:43

Messer-Opfer würgte Kontrolleurin im O-Bus

Auch vier Tage nach der Messerstecherei im Bahnhof-Drogenmilieu ist der Fall noch nicht abgeschlossen. Wie die "Krone" erfuhr, verließ das 25-jährige Messer-Opfer aus Algerien trotz schwerer Verletzungen das Spital und wollte per O-Bus zum Hauptbahnhof. Bei einer Ticketkontrolle würgte der Mann eine Frau.

Die Chronologie des unglaublichen Falles stellt sich wie folgt dar: Nachdem der algerische Asylwerber am Samstag von einem 34-jährigen tunesischen Asylwerber wegen eines Streits um Drogen niedergestochen wurde, landete er mit schweren Stich- und Schnittwunden am Oberkörper und im Gesicht im Spital.

Dort hielt er es aber offenbar nicht lange aus und "entließ sich selbst" am Montag aus der ärztlichen Behandlung. Er stieg dann kurz nach 14 Uhr in die O-Bus-Linie 2 und wollte zum Bahnhof, als an der Station Esshaverstraße drei Kontrolleure – zwei Männer und eine Frau – des Wachdienstes für eine Routinekontrolle zustiegen. Wilde Szenen folgten, zum Schutz nennt die "Krone" die Namen der ÖWD-Mitarbeiter nicht: "Der Mann konnte kein Ticket vorweisen und hat geschrien, er sei das Messeropfer vom Bahnhof. Wir haben einen Ausweis verlangt, doch er sagte, er habe keinen. Er begann extrem aggressiv zu werden und meinen Kollegen zu schubsen. Aus seiner Hosentasche fielen plötzlich Arztpapiere. Ich wollte sie aufheben, da hat mich der Mann am Hals gepackt und zugedrückt. Er griff dann noch nach meiner Halskette, drehte sie enger, bis ich keine Luft mehr bekam und hob mich hoch", schilderte die Kontrolleurin.

Auf Anzeige verzichtet
Ihr Kollege griff geistesgegenwärtig ein und drückte den Arm des Angreifers gegen die Scheibe, bis er von der Frau abließ: "Ich habe an seinem Arm noch den Verband und die Infusionskanüle gesehen." Mittlerweile am Bahnhof angelangt, warteten schon sechs alarmierte Polizisten und übernahmen den Mann. Trotz des massiven Angriffs will die Kontrolleurin keine Anzeige erstatten: "Ich verzichte lieber, bei einer Gerichtsverhandlung wird mein Name und meine Adresse genannt. Davor hab ich dann mehr Angst. Ich bin schon einmal attackiert worden, da wurde mir eine Fingerkuppe abgerissen." Vom ÖWD heißt es dazu: "So traurig es ist: Es gibt täglich verbale Angriffe und manchmal auch körperliche. Wenn es keine Verletzungen gibt, möchten die meisten Mitarbeiter keine Anzeige aus Angst vor Repressalien erstatten." Für den Algerier bleibt es also bei einer Anzeige wegen Schwarzfahren, der Mann wurde nicht in Haft genommen. Die Polizei bestätigt den Hergang und auch die Identität des Angreifers.

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