Fr, 24. November 2017

20 Jahre nach Krieg

18.03.2015 11:54

Srebrenica: Verdächtige in Serbien verhaftet

Knapp 20 Jahre nach Ende des Bürgerkriegs in Bosnien-Herzegowina sind erstmals Verdächtige, denen eine direkte Beteiligung an dem Massaker in Srebrenica vorgeworfen wird, in Serbien festgenommen worden. Nach Angaben der Sonderstaatsanwaltschaft für Kriegsverbrechen wird nach einigen weiteren Verdächtigten gefahndet. Bei den festgenommenen Personen handelt es sich um einstige Angehörige einer bosnisch-serbischen Sonderpolizeieinheit, so die Ermittler am Mittwoch.

Nach der Einnahme der damaligen UNO-Schutzzone Srebrenica durch bosnisch-serbische Truppen im Juli 1995 sollen die nun Festgenommenen auf dem Landgut Kravice unweit der Stadt an der Massakrierung von mehr als 1.000 bosniakischen (muslimischen) Stadtbewohnern beteiligt gewesen sein.

Von 8.000 Opfern nach wie vor zahlreiche vermisst
Insgesamt wurden nach der Einnahme der Kleinstadt Srebrenica rund 8.000 Menschen ermordet. Zahlreiche Opfer wurden später in Massengräbern in Ost-Bosnien entdeckt, viele werden aber weiterhin gesucht.

Die serbische Sonderstaatsanwaltschaft für Kriegsverbrechen habe sich noch nie mit einem Verbrechen dieses Ausmaßes befasst, sagte der stellvertretende Sonderstaatsanwalt Bruno Vekaric gegenüber Belgrader Medien. Es sei wichtig, dass Serbien einen klaren Standpunkt zu Srebrenica einnehme, indem es die Verdächtigen vor Gericht stelle.

Mladic und Karadzic vor Kriegsverbrechertribunal
Vor dem UNO-Tribunal für Kriegsverbrechen in Den Haag haben sich die einstigen bosnisch-serbischen Führer Radovan Karadzic und Ratko Mladic auch wegen des Völkermordes in Srebrenica zu verantworten. Mehrere andere bosnisch-serbische Offiziere waren bereits zu langen Haftstrafen, ein einstiger enger Mitarbeiter Mladics zu lebenslanger Haft verurteilt worden.

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