Sa, 25. November 2017

Klug im Kreuzfeuer

16.03.2015 16:50

Offiziere: „Afrika-Einsätze teure Imagepolitur“

600.000 Euro pro Jahr kosten die beiden jetzt gestarteten Afrika-Einsätze des Bundesheeres. Während Verteidigungsminister Gerald Klug die Missionen für "bedeutend" hält, formiert sich heeresintern Widerstand: "Eine Provokation für alle, die jetzt noch mehr sparen müssen", kritisieren Offiziere.

"Diese Abenteuer in Mali und in der Zentralafrikanischen Republik dienen doch nur der Selbstdarstellung des Ministers. Zum Muttertag sehen wir dann nette Fotos von ihm mit lieben Kindern und unseren Soldaten in Mali oder Zentralafrika", ist Klug nun im Kreuzfeuer mehrerer Offiziere.

Denn was der Verteidigungsminister als "wichtig für die Ausbildung der Bundesheer-Spezialisten" zu rechtfertigen versucht, wird heeresintern von vielen als "Show" gewertet: "Unserer Truppe fehlt das Geld für den Sprit, um die Panzertruppe gut auszubilden oder um den Grundwehrdienst tatsächlich attraktiver zu gestalten - und die Entsendung von nur 20 Mann nach Afrika kommt auf 600.000 Euro."

"Auslandseinsätze finanziell verkraftbar"
"Die Auslandseinsätze sind in der Verfassung verankert und bei einem Budget in der Höhe von zwei Milliarden Euro finanziell verkraftbar", kontert Ministeriumssprecher Oberst Michael Bauer.

"Das sind Missionen, die nur Frankreich in seinen früheren Kolonien helfen. Unser Bundesheer hat dort nichts verloren", fordert FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache den Stopp der Einsätze in Afrika.

Kommt auch Libyen-Einsatz?
Mittelfristig könnte sich für Österreich neben Mali und der Zentralafrikanischen Republik ein weiteres brisantes Einsatzgebiet in Afrika auftun: Am Montagnachmittag sagte Außenminister Sebastian Kurz, er rechne damit, dass sich die Frage nach einem österreichischen Engagement in Libyen im Rahmen einer EU-Mission stellen werde. Er sei "ein Fan davon, dass Österreich einen Beitrag in der Welt leistet", sagte Kurz nach Beratungen der EU-Außenminister in Brüssel. "Insofern wird sich die Frage für uns stellen, sobald die Rahmenbedingungen für uns klar sind."

Nachzudenken sei über Ausbildungsbeiträge der EU, darüber hinaus seien wahrscheinlich die Sicherung der Grenzen und gegebenenfalls eines Waffenstillstandes eine Option für die EU, sagte Kurz. Von einer Entscheidung sei man aber noch weit entfernt.

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden