Mo, 23. April 2018

Häufig vergewaltigt

28.02.2015 11:53

Von Boko Haram entführte Mädchen bekamen Kinder

Die Leiden der mehr als 200 meist christlichen Schulmädchen, die im April 2014 von der radikal-islamistischen Terrorgruppe Boko Haram in Chibok in Nordnigeria entführt worden waren, nehmen kein Ende: Einige von ihnen haben laut Informationen der "Bild"-Zeitung vom Samstag nach Vergewaltigungen nun Kinder geboren.

"Bild" beruft sich dabei auf den Australier Stephen Davis, der die nigerianische Regierung nach der Entführung der Mädchen beraten hatte. Davis habe im Sommer 2014 vier Monate lang den umkämpften Norden Nigerias bereist, um eine Freilassung der Mädchen auszuhandeln, so das Blatt. Er habe weiterhin Kontakt zu den Extremisten.

"Ein Kontakt bei Boko Haram teilte mir mit, dass die ersten 'Chibok-Mädchen' in der letzten Woche Babys zur Welt gebracht haben", schrieb Davis der Zeitung zufolge. Vier entführte Mädchen, denen im vergangenen Jahr die Flucht aus Boko-Haram-Gefangenschaft gelang, berichteten von fast täglichen Vergewaltigungen, häufig durch ganze Gruppen von Terroristen. Die nun geborenen Kinder dürften die tragische Folge dieses Missbrauchs sein.

Versklavt und zur Konvertierung gezwungen
Die Massenentführung hatte weltweit Schlagzeilen gemacht und im Internet zur weltweiten Kampagne #bringbackourgirls geführt. Die Extremisten erklärten nach der Entführung, sie würden die Mädchen versklaven und zur Konvertierung zum Islam zwingen.

Boko Haram kämpft seit mehr als fünf Jahren mit Gewalt für einen islamischen Staat im mehrheitlich muslimischen Norden Nigerias und hat dabei mindestens 13.000 Menschen getötet. In jüngster Zeit starteten die Extremisten zudem mehrfach Angriffe im Südosten des Niger und in Kamerun. Inzwischen kämpft eine Militärallianz aus Nigeria, Kamerun, dem Niger und dem Tschad gegen die Untergrundgruppe.

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