Di, 21. November 2017

Von Papst genehmigt

25.02.2015 12:54

Erstmals Obdachloser im Vatikan beerdigt

Zum ersten Mal ist ein Obdachloser im Vatikan beerdigt worden. Der Niederländer Willy Hertelleer, der jahrelang auf den Straßen rund um den Petersplatz gelebt hatte, wurde am Camposanto Teutonico, dem deutschen Friedhof im Vatikan, beigesetzt, wo unter anderem auch mehrere österreichische Adelige begraben sind. Die Genehmigung zu der Beerdigung gab Papst Franziskus persönlich, nachdem er erfahren hatte, dass man nicht wusste, wo man den alten Mann beerdigen sollte.

Wie die römische Tageszeitung "Il Messaggero" am Mittwoch berichtete, sei der etwa 80 Jahre alte Niederländer vor Kurzem in einem Spital nahe des Vatikans verstorben. Er war in einer kalten Nacht eingeliefert worden, nachdem einige Fußgänger gesehen hatten, wie er vermutlich wegen der Kälte in einer Ecke zusammengebrochen war.

Bischof zelebrierte Trauerzeremonie
Bischof Amerigo Ciani, der den Mann gut kannte, leitete eine Suchaktion ein, nachdem er den Obdachlosen wochenlang nicht mehr gesehen hatte. Die Leiche lag noch im Krankenhaus, da sie niemand identifiziert hatte. Die Trauerzeremonie wurde dann von Ciani persönlich zelebriert. "Willy wird vom Himmel aus diejenigen unterstützen, die am Rande unserer egoistischen Gesellschaft leben", sagte der Bischof laut "Il Messaggero" bei der Zeremonie.

Der Camposanto Teutonico war von Anfang an für jeden Pilger aus dem Heiligen Römischen Reich gedacht, der von der Pilgerfahrt nicht mehr heimkehren konnte. Deutsche und deutschstämmige Geistliche machen einen weiteren großen Anteil der Beerdigten aus. Im Laufe der Zeit wurden aber auch einige Prominente, die in Rom lebten und starben, auf dem Camposanto begraben. Heute haben das Beerdigungsrecht alle Mitglieder der Erzbruderschaft sowie einige religiöse Gemeinschaften deutschen Ursprungs.

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