Fr, 17. November 2017

Saß 24 Jahre in Haft

24.02.2015 13:05

Angeschossener Einbrecher ist Doppelmörder

Knalleffekt nach der Schießerei am Montagabend im Wiener Bezirk Floridsdorf: Jener mutmaßliche Einbrecher, der von der Polizei nach einem wilden Schusswechsel niedergestreckt wurde, ist ein verurteilter Doppelmörder. Der Mann hatte in den 1980er-Jahren unter anderem einen Polizisten erschossen.

Der österreichische Staatsbürger hatte nach der Hinrichtung eines Gendarmen und der Tötung eines Suchtgifthändlers lebenslange Haft ausgefasst. Nach 24 Jahren Haft wurde er entlassen - allerdings mit einer zehnjährigen Bewährungsstrafe.

Einbruchsversuch in Drogeriemarkt
Die Exekutive war am Montag um kurz vor 19.45 Uhr wegen eines Einbruchsversuchs in einen Drogeriemarkt des Einkaufszentrums "Center 21" in der Helene-Richter-Gasse in Floridsdorf alarmiert worden. Zwei Streifenwagen kamen zum Tatort, die Beamten stießen auf zwei maskierte Verdächtige. Beide wollten zunächst flüchten, ein 63-Jähriger gab jedoch rasch auf, legte sich auf den Boden und ließ sich widerstandslos festnehmen. Der zweite gab Fersengeld.

"Ich erschieße euch alle"
Der Mann flüchtete zu Fuß in Richtung einer Wohnsiedlung. Plötzlich zog er eine Waffe. "Lasst mich in Ruhe, sonst erschieße ich euch alle", soll der 47-Jährige gedroht haben. Laut Polizeisprecher Paul Eidenberger versuchten die Beamten dennoch, ihn zur Aufgabe zu überreden. Auf der Flucht feuerte der Mann den Angaben zufolge zweimal in Richtung der Polizisten, die noch einen Warnschuss ins Erdreich abgaben.

Zwischen den Reihenhäusern wurde der Flüchtende schließlich aus zwei Polizeiwaffen mehrmals getroffen. Der genauen Ablauf - wer wann wie oft schoss - muss nun in akribischer Tatortarbeit geklärt werden. Um Unabhängigkeit zu wahren, führen Beamte aus der Steiermark unter Federführung des Innenministeriums die Ermittlungen durch.

Der Schwerverletzte hatte laut Erstinformationen der Wiener Berufsrettung zwei Treffer am Oberkörper und eine Verletzung am Bein abbekommen. Laut jüngeren Angaben der Polizei soll er fünfmal getroffen worden sein. "Er liegt auf der Intensivstation und ist nicht in unmittelbarer Lebensgefahr", hieß es am Dienstagvormittag aus dem Krankenhaus.

47-Jähriger wollte Handgranate zünden
Trotz seiner Verletzungen wollte der 47-Jährige offenbar nicht aufgeben. Den Versuch, eine Handgranate jugoslawischer Herkunft zu zünden, vereitelten laut Eidenberger die Polizisten. Sichergestellt wurden weiters Masken, Handschuhe und ein "Totschläger", den der 63-Jährige mit sich geführt hatte.

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