Mo, 18. Dezember 2017

WK-Wahl in Tirol

23.02.2015 16:21

41.611 Unternehmer wählen ihre Interessenvertreter

Ab Mittwoch sind in Tirol 41.611 Unternehmer aufgerufen, ihre Interessenvertreter im Rahmen der Wirtschaftskammerwahl zu bestimmen. Der große Gejagte ist der amtierende WK-Präsident Jürgen Bodenseer vom ÖVP-Wirtschaftsbund, der bei der Wahl 2010 mehr als 80 Prozent der Stimmen erhielt. Allerdings: Die Wahlbeteiligung sinkt von Wahl zu Wahl immer tiefer, und könnte diesmal sogar unter 30 Prozent fallen.

Die Wirtschaftskammerwahl in Tirol kann man auch mit einem Kampf einiger Davids gegen einen Goliath auf den Punkt bringen. Die Rolle des Goliaths hat der ÖVP-Wirtschaftsbund inne, der bei der Wahl 2010 insgesamt 80,2 Prozent der abgegebenen Stimmen erhielt und bundesweit das beste Ergebnis einfuhr. Die Davids sind der Ring Freiheitlicher Wirtschaftstreibender (RFW), der auf 8,2 Prozent kam, die Grüne Wirtschaft mit zuletzt 4,6 Prozent, der Sozialdemokratische Wirtschaftsverband (SWV) mit 4 Prozent und ein paar Exoten, also Listen, die nur vereinzelt in Fachgruppen antreten, darunter die Neos.

Befürchtung, dass Wahlbeteiligung sinkt

Wermutstropfen der Wirtschaftskammerwahl in Tirol ist jedoch die im bundesweiten Vergleich sehr niedrige Wahlbeteiligung. Denn von drei Unternehmern blieben 2010 zwei der Wahl fern. Die Wahlbeteiligung lag bei niedrigen 36,3 Prozent (im Jahr 2005 betrug sie noch 42 Prozent).

Der amtierende WK-Präsident Jürgen Bodensee betonte im Vorfeld bereits, dass für ihn die Wahlbeteiligung nicht das Wichtigste sei. O-Ton: "Das ist eine Wirtschaftskammer- und keine Wahlbeteiligungs-Wahl. Ich bin sowohl beim Wahlergebnis als auch bei der Wahlbeteiligung mit jenem Ergebnis zufrieden, das am Ende herauskommt."

Kritik an Plakatflut

Etwas differenzierter sieht das schon Winfried Vescoli, Spitzenkandidat vom RFW. "Die Wahlbeteiligung wird wohl weiter sinken", glaubt der blaue Listenführer. Fällt sie erstmals unter die 30-Prozent, hat die Wirtschaftskammer einigen Erklärungsbedarf, zumal die Plakatflut, die in erster Linie zur Wahlteilnahme aufrufen soll dann zwar viel Geld gekostet hat, aber letztlich völlig am Wähler vorbei zielte.

41.611 Wähler haben 56.373 Stimmrechte

Gewählt wird in 70 Fachgruppen, Gremien und Innungen der Kammer. Dabei geht es um 940 Mandate. Das sind jene Funktionäre, die in den kommenden fünf Jahren die Interessen der Wirtschaft vertreten werden. Wahlberechtigt sind 41.611 Unternehmer, die insgesamt über 56.373 Wahlrechte verfügen. Diese Zahl ergibt sich daraus, da manche Unternehmer mehrere Gewerbeberechtigungen und somit mehrere Stimmrechte haben.

Heißer Kampf um die riesige EPU-Gruppe

Heiß umkämpft sind von allen antretenden Gruppieren die sogenannten Ein-Personen-Unternehmer, die kurz EPU genannt werden. Diese Einzelkämpfer machen mittlerweile bereits mehr als 50 Prozent der Kammermitglieder aus. Dementsprechend positionierten sich im Vorfeld auch RFW, SWV und Grüne, um deren Stimmen zu kriegen.

RFW-Listenführer Vescoli hat gar eine eigene Sparte EPU als Vision. "Erst, wenn diese Unternehmer Mitarbeiter haben, sollen sie in eine Fachgruppe eingegliedert werden", betont er.

Das Ergebnis der Wahl dürfte am Freitag feststehen.

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