Mo, 18. Dezember 2017

"Auf zu neuen Taten"

20.02.2015 11:00

NOWKR aufgelöst - nun "Offensive gegen Österreich"

Das im Zuge der Demonstrationen gegen den Wiener Akademikerball bekannt gewordene Protestbündnis NOWKR löst sich auf. Die Initiatoren gaben das Ende ihrer Organisation am Donnerstag auf ihrer Website bekannt. Im gleichen Atemzug kündigen sie weitere Aktionen an, die diesmal über den Akademikerball weit hinausreichen sollen: So sei eine "Offensive gegen Österreich" geplant, die auf die "gesellschaftliche Mitte" abziele.

"Auf zu neuen Taten" nennen die nunmehrigen Ex-NOWKR-Verantwortlichen ihren Abschiedstext, der gleichzeitig ein Neubeginn sein soll. In der "Nachbereitung" der heurigen Aktionen rund um den Ball am 30. Jänner in der Wiener Innenstadt heißt es unter anderem, der österreichische Staat habe "einmal mehr autoritär und antiliberal" agiert und dabei auf "polizeistaatliche Methoden" zurückgegriffen.

Zur Erinnerung: Von 20 angemeldeten Kundgebungen im Zuge des Akademikerballs hatte die Polizei im Vorfeld sechs untersagt - darunter zwei des NOWKR-Bündnisses. Hintergrund war damals die mangelnde Distanzierung der Organisatoren von gewaltsamen Aktionen, wie es sie im Jahr zuvor bei den Anti-Akademikerball-Protesten gegeben hatte.

Ball-Bilanz: "Prügelnde Cops marodierten durch die Innenstadt"
Die NOWKR-Bilanz 2015 liest sich verheerend für die Exekutive: "Am Tag (des Balles) selbst wurde die Eskalation auf die Spitze getrieben. Es gab so viele Festnahmen wie noch nie, prügelnde Cops marodierten durch die Innenstadt, am Schwarzenbergplatz kam es zu besonders unschönen Szenen."

Doch nicht nur die Polizei wird heftig kritisiert, auch "Teile der Öffentlichkeit", die sich "eine Friedhofsruhe im ersten Bezirk" wünschen würden, "während deutsch-völkische Rassist_innen und Antisemit_innen auf dem Tanzparkett der Hofburg feiern". Und selbst die früheren Mitstreiter von der "Offensive gegen Rechts" sind bei NOWKR nicht mehr wohlgelitten: "In vorauseilendem Gehorsam" habe die Protestplattform "gebetsmühlenartig" wiederholt, dass von ihr keine Eskalation ausgehe - in den Augen von NOWKR "keine wirksame Methode", die außerdem dazu geführt habe, "die Spaltung in 'gute' und 'böse' Antifaschist_innen" voranzutreiben.

"NOWKR ist Geschichte"
Konsequenz aus den für die Verantwortlichen offenbar so bitteren Protesterfahrungen der jüngeren Vergangenheit: "NOWKR ist Geschichte" - doch es gebe "nach wie vor viel zu tun". Auch im kommenden Jahr wollen die Initiatoren gegen den Akademikerball auf die Straße gehen, allerdings nicht mehr unter dem NOWKR-Banner.

Darüber hinaus sei das Ende ihrer bisherigen Protestplattform auch ein Anfang: "Wir werden den Fokus unserer Kritik und unseres Handelns in Zukunft zunehmend in Richtung dessen, was als 'gesellschaftliche Mitte' historisch und aktuell anschlussfähig für reaktionäre Ideologie war und ist, rücken. Nämlich die Kritik an Staat, Nation, Kapital und Patriarchat auf die 'Mitte' der Gesellschaft zu tragen und das zu starten, was lange aussteht: eine Offensive gegen Österreich."

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