Fr, 24. November 2017

Demnächst Anklage?

13.02.2015 19:26

Buwog-Skandal: Grasser will 44 Banker als Zeugen

Die Ermittlungen der Korruptionsstaatsanwaltschaft gegen den früheren Finanzminister Karl-Heinz Grasser in der Causa Buwog befinden sich in der "Enderledigung", hieß es Ende Jänner. Grasser-Anwalt Manfred Ainedter rechnete bereits mit einer Anklage. Noch bevor es so weit ist, hat der Ex-Minister nun laut einem Zeitungsbericht die Befragung von 44 Bankern als Zeugen beantragt. Grasser wolle damit belegen, dass er mit dem umstrittenen Konto "40-0815" bei der seinerzeitigen Hypo Investment Bank AG Liechtenstein nichts zu tun habe.

Auf das Konto "40-0815" sollen Gelder im Zusammenhang mit den Fällen "Buwog-Privatisierung" und "Einmietung der Finanz in den Linzer Terminal Tower" geflossen sein. Prokuristen sowie Mitglieder der Geschäftsleitung und des Verwaltungsrates der HIB könnten dies bezeugen, macht Grasser laut einem der "Presse" vorliegenden Beweisantrag geltend, der am 5. Februar beim Straflandesgericht Wien eingebracht worden sei.

Grasser unterstreiche, dass das Konto "40-0815" dem Lobbyisten und ehemaligen Grasser-Freund und Trauzeugen Walter Meischberger gehöre - was dieser auch bestätigt. Der Ex-Minister in seinem Beweisantrag: "Aufgrund der bisherigen Ermittlungsergebnisse wird nun seitens der WKStA in völlig freier Erfindung ohne auch nur ein Indiz davon ausgegangen, dass ich tatsächlich (alleiniger) wirtschaftlich Berechtigter des Kontos '40-0815' bei der HIB gewesen wäre bzw. bin und nicht, wie es den Tatsachen entspricht, Ing. Walter Meischberger", so die Zeitung.

Belastendes Gutachten sah Geldflüsse Richtung Grasser
In einem 2014 fertiggestellten Gutachten hatte es allerdings geheißen, Gerichtsgutachter Gerald Altenberger habe die Behauptung des Lobbyisten Walter Meischberger widerlegt, er sei alleiniger Nutznießer von Konten (darunter auch "40-0815), hinter denen Grasser als wirtschaftlich Berechtiger vermutet wird. Grasser-Anwalt Ainedter sah in dem Gutachten, aus dem das Nachrichtenmagazin "Format" zitierte, dagegen keinen Beweis für Geldflüsse in Richtung Grasser.

Fest steht somit vorerst nur eines: Sollte Grassers Antrag bei Gericht durchgehen, dürfte sich das Verfahren verzögern.

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden