Mi, 21. Februar 2018

Rede an die Nation

07.01.2015 20:49

Francois Hollande: "Die Opfer waren Helden"

Nach dem islamistischen Terroranschlag auf die Redaktion des französischen Satiremagazins "Charlie Hebdo", bei dem zwölf Personen getötet und elf weitere teils schwer verletzt worden waren, hat sich der sichtlich erschütterte Francois Holland am Mittwochabend im TV eine Rede an die Nation gehalten. Der Staatschef sagte darin, Frankreich stehe unter Schock und bezeichnete die Opfer des "außergewöhnlich barbarischen Attentats" als "Helden". Für Donnerstag rief Hollande einen nationalen Trauertag aus.

Die Landesflaggen sollten zudem für drei Tage auf Halbmast gesetzt werden, sagte Hollande in der Ansprache weiter. Er rief seine Landsleute auf, sich durch das Attentat nicht spalten zu lassen: "Unsere beste Waffe ist unsere Einheit!" Die Täter würden verfolgt und vor Gericht gestellt werden.

Für Donnerstagfrüh berief Hollande, der sich telefonisch mit der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel und dem britischen Premierminister David Cameron beriet, eine Sondersitzung des französischen Kabinetts ein.

Mehr als 100.000 Menschen bei Trauerkundgebungen
Am Mittwochabend haben mehr als 100.000 Menschen in ganz Frankreich bei Trauerkundgebungen der Todesopfer gedacht. In der Hauptstadt versammelten sich auf dem Platz der Republik mehr als 35.000 Menschen. In vielen anderen Großstädten gingen ebenfalls tausende Demonstranten auf die Straße.

In Paris hielten viele von ihnen Schilder hoch mit der Aufschrift "Ich bin Charlie", andere hatten Kerzen mitgebracht. In Lyon kamen laut Polizei bis zu 15.000 Menschen zusammen, ebenso im südfranzösischen Toulouse. In beiden Städten riefen Menschen "Charlie", in Toulouse wurden Stifte als Zeichen für die Meinungs-und Pressefreiheit hochgehalten. In Marseille im Süden Frankreichs gingen etwa 7.000 Demonstranten auf die Straße. Im westfranzösischen Nantes versammelten sich etwa 5.000 Menschen.

Seit Monaten Terrordrohungen gegen Frankreich
Schon seit Monaten sorgen Terrordrohungen insbesondere der in Syrien und im Irak kämpfenden IS-Miliz in Frankreich für Unruhe. Die Sicherheitsdienste hatten gewarnt, dass es nicht mehr eine Frage sei, ob ein Anschlag stattfinde, sondern nur noch ob und wo.

Hollande versuchte zwar, mit dem Hinweis zu beruhigen, dass in den vergangenen Wochen bereits mehrere Anschlagsversuche vereitelt worden seien. Dass die Täter nun aber mitten im Herzen von Paris zuschlagen konnten, sei ein Schock für die Franzosen.

Angreifer weiter auf der Flucht
Mindestens zwei vermummte Angreifer hatten am Mittwochvormittag den Sitz der Satire-Magazinsg in Paris angegriffen, die wegen ihrer Mohammed-Karikaturen seit Jahren von Islamisten angefeindet wird. Die Täter erschossen zwölf Menschen und verletzten elf weitere. Laut Zeugen riefen die Angreifer "Allahu Akbar" ("Gott ist groß") sowie "Wir haben den Propheten gerächt". Die Angreifer waren weiter auf der Flucht.

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