Di, 21. November 2017

Hilfe kam zu spät

07.01.2015 18:00

Lawinenabgang in Tirol fordert erneut Todesopfer

Ein Lawinenabgang im Skigebiet Hochfügen im Tiroler Zillertal hat am Mittwoch ein Todesopfer gefordert. Ein Schneebrett hatte sich gelöst und zwei Mitarbeiter der Bergbahnen, die gerade ein Schneeprofil zur Beurteilung der Lawinengefahr erstellten, mitgerissen. Für einen der beiden kam jede Hilfe zu spät.

Die beiden Mitarbeiter waren zum Zeitpunkt des Lawinenabgangs im freien Gelände unterhalb des sogenannten Pfaffenbühels unterwegs. Gegen 14.30 Uhr löste sich dann plötzlich das Schneebrett, die Männer wurden mitgerissen.

Einer von ihnen wurde nur teilverschüttet, blieb bei dem dramatischen Vorfall offenbar unverletzt und alarmierte die Rettungskräfte, sein Kollege allerdings wurde von den Schneemassen vollständig begraben. Der 49-Jährige konnte zwar bald gefunden und geborgen werden. Für ihn gab es jedoch keine Rettung mehr, alle Reanimationsversuche blieben ohne Erfolg.

"In Tirol werden pro Jahr an die 1.000 Schneeprofile erstellt und dokumentiert", erklärte Harald Riedl, Leiter der Tiroler Lawinenkommissionen-Ausbildung. Seit elf Jahren sei ihm kein Vorfall bekannt, bei dem es dabei zu einem derartigen Unfall gekommen sei. "Aber solch ein tragisches Unglück kann nicht gänzlich ausgeschlossen werden", meinte Riedl. Denn bei der Erstellung eines Schneeprofiles lasse es sich nicht vermeiden, dass ein "gewisses Restrisiko" bestehen bleibt.

Fünftes Todesopfer in Tirol innerhalb weniger Tage
Nach dem jüngsten Vorfall sind innerhalb von nur knapp einer Woche bereits fünf Todesopfer nach Lawinenabgängen in Tirol zu beklagen. Am Neujahrstag war ein einheimischer Bergretter (52) bei einer Skitour im Sellraintal von einer Lawine erfasst und getötet worden.

Das nächste Opfer war nur zwei Tage später im Tiroler Obergurgl zu beklagen, wo ein einheimischer Snowboarder im Alter von 25 Jahren von Schneemassen mitgerissen wurde. Nur zwei Tage später starben zwei US-Nachwuchsläufer abseits der Piste in Sölden: Die beiden waren in einen 40 Grad steilen Nordhang abseits der gesicherten Skipiste eingefahren und ums Leben gekommen.

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