Mo, 23. Oktober 2017

Oberhauser erklärt:

06.12.2014 14:59

„Das ist auf keinen Fall ein Wunschbaby-Gesetz“

Das neue Fortpflanzungsgesetz, das kommenden Mittwoch den Ministerrat passieren wird, erhitzt die Gemüter. Die Kirche macht seit Wochen gegen das Vorhaben der Regierung - wesentlich mehr Frauen als bisher mittels moderner Technik den Kinderwunsch zu erfüllen - mobil und spricht von einem "ethischen Dammbruch". Die zuständigen Minister Sabine Oberhauser und Wolfgang Brandstetter betonen: "Die Befürchtungen sind völlig überzogen, das Gesetz entspricht der heutigen Zeit."

"Das ist auf keinen Fall ein Wunschbaby-Gesetz", sagt Gesundheitsministerin Oberhauser zur "Krone". Die heutige Zeit sei eine andere, als sie die Kirche darstelle, das Gesetz entspreche dem modernen Leben.

Präimplantationsdiagnostik besonders umstritten
Künftig sollen sich auch lesbische Paare mittels Samenspende fortpflanzen können, und auch die Eizellenspende wird erlaubt - allerdings nicht zur Kommerzialisierung. Woran sich die Kirche ebenfalls stößt: Erstmals wird die Präimplantationsdiagnostik bei konkretem Verdacht auf eine schwere Schädigung des Embryos ermöglicht.

"Wenn wir diese Diagnostik verbieten, bedeutet das für die Frauen eine Schwangerschaft auf Probe - und der schwer geschädigte Embryo dürfte dann ohnehin abgetrieben werden", sagt Justizminister Brandstetter. Und er betont, dass die Frauen nicht gezwungen werden sollen, ins Ausland auszuweichen - wo all dies und noch viel mehr, teils in schlechter Qualität, möglich ist.

Oberhauser: "Vorher nachschauen nicht besser?"
Oberhauser ergänzt: "Ist es nicht zehnmal gescheiter, vorher nachzuschauen, bevor man den Leuten so etwas antut?" Die SPÖ wollte noch einen Schritt weiter gehen und eine Samenspende auch für alleinstehende Frauen möglich machen - das ging der ÖVP jedoch zu weit.

Am kommenden Mittwoch wird das Gesetz im Ministerrat beschlossen - die Debatte mit der Kirche geht unvermindert weiter. Oberhauser und Brandstetter: "Wir sind zu Gesprächen bereit".

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