Mo, 11. Dezember 2017

12-Stunden-Bergung

12.11.2014 14:45

Menschliches Skelett in Salzburger Höhle entdeckt

In einer Höhle am Salzburger Untersberg ist vor rund drei Wochen ein menschliches Skelett gefunden worden. In einer zwölfstündigen Aktion wurden die Überreste des Toten - bei diesem dürfte es sich aufgrund der gefundenen Ausrüstung um einen Tourengeher handeln, der vor etwa 70 bis 80 Jahren tödlich verunglückt war - geborgen und am Mittwoch ins Tal gebracht. Eine Untersuchung des Skeletts wurde angeordnet.

Es war reiner Zufall, dass der Geologe und Höhlenforscher Georg Zagler auf die sterblichen Überreste des verunglückten Unbekannten stieß. Zagler hatte die Knochen gemeinsam mit einem Forscherteam vor gut zwei Wochen in besagter Höhle - diese war erst vor fünf Jahren im Zuge von Recherchearbeiten rund um unbekannten Höhlensysteme am Untersberg entdeckt worden, gefunden.

Die ersten Skelettteile lagen in rund 150 Metern Tiefe. Anfangs habe man diese für Tierknochen gehalten, doch dann seien auch zwei Schuhe, Teile eines Skis und eines Stockes aufgetaucht, sagte Zagler nach der Bergung. "Es war ein genagelter Lederschuh mit dicken Eisenzacken." Nach Schätzungen des Geologen dürften die Schuhe etwa 70 bis 80 Jahre alt sein. Der Ski war mit einer Riemenbindung ausgestattet, sagte Polizeisprecher Ortwin Lamprecht.

"Es ist anzunehmen, dass er auf der Stelle tot war"
Der Höhlenforscher vermutet, dass der Tourengeher in das Loch gefallen und rund 50 Meter tief abgestürzt ist. Dort befindet sich eine Engstelle, wo er vermutlich zu liegen kam. "Die Höhle hat oben eine leichte Schräglage, sodass es ihn vermutlich mehrmals überschlagen hat. Es ist anzunehmen, dass er auf der Stelle tot war", so Zagler. In der Folge dürfte der Tote verwest sein.

Schmelz- und Regenwasser hat dann offenbar einzelne Teile immer weiter in die Tiefe gerissen. Knochen wurden auch noch bis in eine Tiefe von 270 bis 300 Metern gefunden, sagte der Einsatzleiter der Polizei, Manfred Schwaiger, der gemeinsam mit Zagler und zwei weiteren Höhlenrettern an der Bergung beteiligt war. Sicher seien aber nicht alle Knochenteile gefunden worden.

Identität wohl nicht mehr zu klären
Die Skelettteile wurden eingesammelt und nach oben gebracht. Die Aktion dauerte laut Schwaiger rund zwölf Stunden, um 22 Uhr erreichte das Team wieder den Höhlenausstieg. Nach einer Erholungsnacht am Berg brachten die Einsatzkräfte ihren Fund per Leichensack zur Alm, die Überreste wurden danach mit dem Hubschrauber trotz starken Föhnwinds nach Glanegg bei Grödig geflogen.

Die Skelettteile sollen nun näher untersucht werden, ob die Leiche allerdings überhaupt identifiziert werden kann, sei laut Lamprecht fraglich. Denn sollte der Tote wirklich schon so lange in der Höhle gelegen sein, dann gebe es aus dieser Zeit kein DNA-Material zum Abgleich. Die Polizei werde die Vermisstenanzeigen aus der infrage kommenden Zeit überprüfen. Aber auch das sei schwierig, weil der Skiläufer auch aus dem Ausland gewesen sein könnte.

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