Sa, 18. November 2017

Herzstillstand

12.11.2014 09:19

Tennisspieler: „Ihr habt mein Leben gerettet“

Dass Karl Wesenauer heute wieder so fit ist, grenzt an ein kleines Wunder. Der Salzburger sackte im Juli dieses Jahres plötzlich bei einem Tennis-Match zusammen - sein Herz hatte aufgehört zu schlagen. Zwei Sportkollegen erkannten den Ernst der Lage, liefen zu dem Leblosen und begannen mit Wiederbelebungsmaßnahmen, bis das Notarzt-Team endlich eintraf.

Es war der 12. Juli 2014 als Karl Wesenauer, Wirt und zweiter Platzwart der Tennis-Union Hallein, mit seinen Freunden ein Doppel spielte. "Es lief schon 20 Minuten, als ich mich um den Ball bückte. Plötzlich wurde mir schwarz vor Augen. Von da an weiß ich nichts mehr", schildert der 67-Jährige, der bis dahin drei bis vier Mal die Woche am Platz in der Ehrenthaler-Straße in der Salinenstadt Hallein stand.

"Herz schlug zu diesem Zeitpunkt nicht mehr"
Jakob Ellmauthaler (33) und Thomas Schürer (35) spielten zur selben Zeit auf einem der daneben liegenden Tennisplätze, als sie Schreie hörten. "Es rief immer wieder jemand nach einem Handy. Ich dachte zuerst, es will wer darauf aufmerksam machen, dass ein Telefon läutet", erzählt Jakob. Doch im nächsten Moment realisierte das Duo, was passiert war und eilte sofort zu Hilfe.

Wesenauers Tennispartner hatten den Leblosen zur Seite gedreht, weil sie glaubten, er sei ohnmächtig geworden. Thomas überprüfte den Puls. "Sein Herz schlug zu diesem Zeitpunkt nicht mehr", sagt er. Er begann sofort mit den Wiederbelebungsmaßnahmen.

"Wussten, dass wir das Richtige taten"
Jakob rief inzwischen die Rettung und erklärte ihnen den Weg und wechselte sich dann mit Thomas bei der Reanimation ab. Bis Sanitäter und Ärzte eintrafen, vergingen lange Minuten. Die Rettung steuerte versehentlich den falschen Tennisplatz an. Die jungen Tennengauer ließen sich nicht beirren. "Wir wussten, dass wir das Richtige taten, nachdem Karl einige Male Reaktionen zeigte." Die beiden gaben den Kampf um sein Leben nicht auf.

Schließlich kam die langersehnte Hilfe. Per Heli wurde der Patient in das Landeskrankenhaus gebracht. "Dort wurde ich operiert, bekam drei Bypässe. Danach ging es zur Rehabilitation nach Großgmain", erklärt Karl. Schritt für Schritt erholte er sich.

"Zu helfen ist doch selbstverständlich"
"Es ist einfach ein Geschenk, dass er jetzt so mit uns hier sitzen kann", sagt Jakob und fügt hinzu: "Zu helfen ist doch selbstverständlich." Für ihren starken Einsatz bekamen die Lebensretter Jakob und Thomas die "Goldene Krone" von Stadtchef Gerhard Anzengruber überreicht.

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