Sa, 18. November 2017

50 Coups verübt

30.10.2014 12:00

Einbrecherbande richtet 550.000 Euro Schaden an

50 Einbrüche in Oberösterreich mit einem Schaden von mindestens 550.000 Euro gehen auf das Konto einer sechsköpfigen Bande, der demnächst in Ried im Innkreis der Prozess gemacht wird. Die Gruppierung suchte vorwiegend Wohnhäuser in der Dämmerung heim. "Dort, wo sie rein wollten, sind sie auch reingekommen", erklärte Staatsanwalt Alois Ebner am Donnerstag in Linz. Einer der Verdächtigen wurde bereits zu zwei Jahren Haft verurteilt.

Einer der teils geständigen Täter aus Mazedonien im Alter von 23 bis 38 Jahren ist für die Polizei kein Unbekannter: Er war bereits früher aktiv gewesen, dann untergetaucht und hatte schließlich in Wels als U-Boot gelebt. In der Messestadt bildete er mit den übrigen Landsleuten die Bande, die bis zum Frühjahr 2014 dort sowie in den Bezirken Wels-Land, Kirchdorf, Schärding, Steyr-Land, Gmunden, Vöcklabruck und Grieskirchen zuschlug. Die Beute schaffte das Sextett zwischendurch immer wieder nach Mazedonien, um sie dort zu verkaufen.

"Täter gingen sehr gezielt vor"
Auf das Konto der Bande gingen auch der Diebstahl von elf Tresoren, die in Wels in der Traun entsorgt wurden, und ein Blitzeinbruch in ein Juweliergeschäft in Grieskirchen. Die Einbrecher hatten es aber vor allem auf Häuser abgesehen.

In Thalheim bei Wels mussten drei von ihnen Hals über Kopf flüchten, als sie auf die Bewohner trafen. Dabei blieben neben einer Sturmhaube auch die Schuhe eines Mannes zurück. Ein anderes Mal wurden zwei Täter auf der Flucht zufällig von Bediensteten des Bundesheeres angesprochen - die Verdächtigen machten sich daraufhin ohne die Beute, die aus zwei Einbrüchen stammte, davon. In den meisten Fällen gingen die Mazedonier offenbar sehr gezielt vor, Ebner berichtete nur von einer Handvoll an Versuchen.

Websites für Geschädigte
Wie die Ermittlungen ergaben, dürfte der angerichtete Gesamtschaden sogar bei über einer Million Euro liegen, es konnten aber noch nicht alle Taten zugeordnet werden. Die Polizei hat zu diesem Zweck ein System entwickelt, bei dem sie Opfern E-Mails mit Fotos der Beute bzw. Links zu Websites schickt, auf denen die Gegenstände abgebildet sind. Diese Methode wird gemeinsam mit anderen westlichen Bundesländern angewandt, hieß es.

Das Landeskriminalamt ersucht Geschädigte, sich unter der Telefonnummer 059133/40-3388 oder bei der nächsten Polizeidienststelle zu melden.

Die Exekutive appellierte darüber hinaus an die Bevölkerung, ab sofort wegen Dämmerungseinbrüchen besonders aufmerksam zu sein.

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