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22.10.2014 16:39

Grüne: Arbeitslose sollen „Urlaubsanspruch“ haben

Den Grünen schwebt ein "Urlaubsanspruch" für Arbeitslose vor, also eine Zeit, in der sie nicht aktiv Arbeit suchen und für eine Jobvermittlung zur Verfügung stehen müssen. Nach 90 Tagen Leistungsbezug vom Arbeitsmarktservice sollten fünf verpflichtungsfreie Tage zulässig sein. Das wären im Jahr bis zu 20 Tage, so der grüne Plan, der am Mittwoch per Entschließungsantrag präsentiert wurde.

Die Idee orientiert sich am Anspruch, den unselbstständige Arbeitnehmer derzeit haben: Zumindest fünf Wochen stehen ihnen bekanntlich zu. Kritik gibt es von ÖVP und FPÖ.

ÖVP sieht "Verhöhnung" und "Affront"
Die Forderung sei "eine Verhöhnung all jener, die mit ihrer täglichen Arbeit und ihrer Leistung dafür sorgen, dass unser Sozialsystem erhalten werden kann", so ÖVP-Generalsekretär Gernot Blümel. Die Grünen würden nahelegen, dass Arbeitslosigkeit ein vom Staat bezahlter Urlaub sein soll. Das sei sachlich und in der Symbolik "vollkommen falsch".

ÖVP-Wirtschaftssprecher Peter Haubner bezeichnete die Forderung als "Affront gegenüber den heimischen Unternehmern und allen Leistungsträgern". Unternehmer würden pro Jahr nur 13 Urlaubstage konsumieren.

FPÖ-Kickl: "Anreiz in die falsche Richtung"
Für FPÖ-Generalsekretär Herbert Kickl ist ein Urlaubsanspruch für Arbeitslosenzeiten "nicht sinnvoll und ein Anreiz in die falsche Richtung". Da die Grünen auch Auslandsaufenthalte ermöglichen wollen, nimmt Kickl an, dass die Zielgruppe "offenbar primär ausländische Arbeitslose und deren allfällige Besuchsbedürfnisse in den Heimatländern" seien.

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