Mi, 22. November 2017

„Kämpfe für Enkelin“

08.10.2014 09:43

37 Kinder in Schulklasse: Oma zeigt Direktor an

"Das Wohl meiner Enkelin steht an oberster Stelle" - betont Großmutter Christa Landl in einem Gespräch mit der "Krone", in der sie die Situation ihrer Enkelin schildert: "Im Schuljahr 2013/14 saß sie mit insgesamt 36 Jugendlichen in einer Klasse. Sie hat nicht auf die Tafel gesehen, und einige Lehrer haben ihre Mitarbeit komplett ignoriert", schildert die aufgebrachte Oma. Deshalb müsse ihre Enkelin nun zum dritten Mal in der dritten Klasse der HBLA für Landwirtschaft in der Salzburger Ortschaft Ursprung unterrichtet werden.

Das ließ sich Großmutter Landl nicht gefallen: "Ich möchte, dass alles fair abläuft. Es geht ja auch um die anderen Schüler in der Klasse, die ebenso beeinträchtigt sind wegen der Höchstzahl. Sechs Nachprüfungen bei insgesamt 37 Schülern, das sagt doch schon alles."

"Pädagogisch nicht sinnvoll"
Die resolute Frau zeigte deshalb den mittlerweile pensionierten Direktor und das Bildungsministerium an, woraufhin sofort ein Schreiben in die Lehranstalt flatterte. "Eine Klassengröße mit 37 Schülern ist schulrechtlich nicht gedeckt und pädagogisch nicht sinnvoll", hieß es in den Zeilen des Briefes vom Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur, der an die Direktion adressiert war.

Amtierender Direktor: Schülerin überfordert?
Der jetzige Direktor der HBLA weiß allerdings nichts von dem Schreiben. Er hält sich bedeckt: "Wir starten jede erste Klasse mit 36 Schülern. Die Nachfrage ist groß, das freut uns. Natürlich sind 37 Jugendliche in einer Klasse viel, für eine Trennung der Gruppe fehlen uns aber räumliche und personelle Ressourcen." Zudem findet es der Direktor schade, "der Schule selbst die Schuld zuzuschieben". Vielleicht solle man sich fragen, ob die Jugendliche nicht einfach überfordert sei.

"Meine Enkelin wird ungerecht behandelt"
Christa Landl lässt sich jedoch nicht einschüchtern: "Ich kämpfe um das Wohl meiner Enkelin. Ich habe schon viele Anrufe von Lehrern bekommen, die mich stärken und sich freuen, dass endlich einmal wer durchgreift." Bei einer Konferenz am Donnerstag wird die Schulaufsicht den früheren Leiter zu der Causa befragen.

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden