Mo, 20. November 2017

Bedrohte Art

02.06.2014 08:18

Ausgesetzte Luchse im Dreiländereck wohlauf

Abschüsse und Inzucht haben dazu geführt, dass Luchse im Dreiländereck Kärnten, Slowenien und Italien fast zum zweiten Mal ausgestorben wären. Nach der Freilassung von zwei Luchsen folgt in wenigen Wochen ein drittes Tier.

Dem Luchs-Männchen und dem Luchs-Weibchen, die am 24. April im italienischen Kanaltal freigelassen wurden, geht es prächtig. Woher man das weiß? Die Tiere tragen ein GPS sowie Funk-Halsband und "senden" ihre Standorte per Mobilfunk an das italienische Luchs-Projekt "Progetto Lince Italia".

Männchen hat bereits Kärnten besucht
So weiß Projektleiter Paolo Molinari, dass der Kuder, wie männliche Luchse bezeichnet werden, das Freilassungsgebiet in den Julischen Alpen verlassen hat und sich an der Südseite der Karnischen herumtollt und bereits den einen und anderen mehrtägigen Abstecher nach Kärnten unternommen hat.

Erster Nachwuchs nach 20 Jahren?
Molinari: "Das Männchen hat ein neues und freies Revier entdeckt." Beim Weibchen sieht's völlig anders aus: "Es ist in den Juliern geblieben, denn dort ist ein altes Männchen unterwegs. Vielleicht haben wir Glück und es gibt nach 20 Jahren wieder den ersten nachgewiesenen Luchsnachwuchs bei uns in den Ostalpen."

Drittes Tier soll bald freigelassen werden
Um aktiv nachzuhelfen, wird der Wildbiologe gemeinsam mit den italienischen Bundesforsten in den nächsten Wochen einen dritten Luchs, ein Weibchen, freilassen. Notwendig sind diese Auswilderungen, weil es dem Luchsbestand im Dreiländereck nicht gut geht. Nach der totalen Ausrottung und erfolgten Wiedereinbürgerung in den 1970er-Jahren hatte sich das Vorkommen bis zur Jahrtausendwende stabilisiert.

Illegale Abschüsse und Inzucht als Gefahr
Langjährige Forschungsergebnisse zeigten aber, dass illegale Abschüsse und Inzucht zum Erlöschen der Population führen. Nur drei ältere Kuder sind noch übrig. Vor allem mit den beiden Weibchen soll dieses erfahrene Luchs-Trio in den kommenden Jahren für Zuwachs sorgen.

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).