Fr, 24. November 2017

Nach Kontaktabbruch

28.05.2014 19:43

Ukraine: Österreichischer OSZE-Beobachter wohlauf

Die Mitglieder jener Gruppe von OSZE-Beobachtern, zu der am Mittwoch in der Ukraine der Kontakt abgerissen war - unter ihnen ein Österreicher -, sind laut Angaben der Organisation wohlauf. Sie sind im ostukrainischen Donezk angekommen, so die OSZE. Den Angaben zufolge war die Gruppe an einer Straßensperre in der Stadt Marinka gestoppt worden. Die elf Beobachter seien festgehalten worden und mussten später ihre geplante Route ändern.

Um 19 Uhr wurde der Kontakt wiederhergestellt, so die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa in einer schriftlichen Erklärung. Auf die Frage, ob jemand aus dem Team, das auf dem Weg nach Dnipropetrowsk gewesen war, zu Schaden gekommen sei, sagte Michael Bociurkiw von der OSZE-Mission in Kiew: "Wir denken nicht."

Österreicher hatte Erfahrung in Krisensituationen
Ein Sprecher des Außenministeriums in Wien bestätigte, dass ein Österreicher Mitglied der Gruppe war. Man habe von den Vorgängen am Nachmittag erfahren, in Kiew und Wien hätten Krisenstäbe getagt. Der Österreicher sei ein Soldat Mitte 40, der Erfahrung mit Krisensituationen habe. Laut OSZE bestand die Gruppe neben dem Österreicher aus zwei Bulgaren, einem US-Amerikaner, einem Niederländer, einem Finnen, einem Italiener, einem Norweger, einem Polen, einem Russen und einem Slowaken.

Am Dienstag hatte die OSZE bereits bekannt gegeben, dass am Vorabend der Kontakt zu einem anderen Team in der Ostukraine abgebrochen war. Die Gruppe mit je einem Vertreter aus der Schweiz, Dänemark, Estland und der Türkei war demnach in Donezk auf einem Routineeinsatz in einen Kontrollposten geraten. Seitdem gab es keinen Kontakt mehr zu dem Team. Etwaige Entführer haben sich noch nicht gemeldet.

Diplomat: "Beängstigende Lage"
Der dänische Entwicklungshilfeminister Mogens Jensen sagte, die vierköpfige Gruppe sei seinem Wissen nach von bewaffneten prorussischen Kräften entführt worden. Ein westlicher Diplomat bei der OSZE sprach von einer "beängstigenden Lage". In der Ostukraine hatten Separatisten Ende April mehrere Militärbeobachter der OSZE als Geiseln genommen. Das Team wurde nach rund einer Woche freigelassen.

Der ukrainische Ministerpräsident Arseni Jazenjuk beschuldigte Russland, Mitschuld am Verschwinden der vierköpfigen Gruppe zu tragen. "Wir tun alles, was wir können, um diese Leute freizubekommen", sagte Jazenjuk am Mittwoch. "Soweit wir sehen, sind es aus Russland gelenkte Terroristen, die sie gefangen genommen haben." Der Ministerpräsident forderte Russland auf, sich von den Separatisten zu distanzieren und für eine Freilassung der Beobachter einzusetzen.

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden