Mo, 11. Dezember 2017

Debatte um Punkte

12.05.2014 16:47

Conchita war deutschem Juror Sido wurst

Wirbel um die Entscheidung der deutschen Jury beim 59. Song Contest: Denn Europa war sich eigentlich einig: Conchita soll gewinnen! Nur einem war Conchita wurst: Rapper Sido.

Von 13 Nationen bekam Conchita zwölf Punkte - aus Belgien, Großbritannien, Schweden, Italien, Portugal, der Schweiz, den Niederlanden, Irland, Finnland, Spanien, Slowenien, Griechenland und Israel; zehn Punkte von Frankreich, Georgien, Ungarn, Island, Litauen, Malta und Norwegen.

Aus Deutschland hingegen gab's für uns im Vergleich nur magere sieben Punkte - und das, obwohl Conchita von den deutschen Anrufern auf Platz eins gewählt wurde. Grund: Die Jury, darunter Sido, hatte sie auf Platz elf (!) gereiht, die kreischenden Polinnen dagegen auf Platz vier. Der Rapper hatte sich bereits im Vorfeld negativ über Conchita geäußert, wollte, dass "sein" "Große Chance"-Sieger Thomas David für Österreich antritt. Wäre es allein nach Sido gegangen, hätte er Conchita überhaupt nur auf den 13. Rang gesetzt.

"Haben Experten Conchitas Auftritt nicht verstanden?"
"Warum beurteilten sie einhellig den sicherlich guten, aber musikalisch auch nicht als hervorragend einzustufenden Beitrag des Dänen Basim auf eins? Haben die deutschen Experten den Auftritt von Conchita Wurst nicht verstanden? Die Jury wird sich dazu erklären müssen!", schreibt der deutsche Song-Contest-Experte Jens Maier auf stern.de.

In Deutschland versteht man die eigene Fach(?)jury nicht. Auf Twitter entlud sich der Ärger: "Echt peinlich. Sorry dafür, Conchita. Deutschland hätte dir zwölf Punkte gegeben!"

Deutsche ESC-Verantwortliche verteidigen Jury
Inzwischen haben die deutschen ESC-Verantwortlichen für mehr Respekt vor dem deutschen Jury-Votum beim Song Contest geworben. "Wenn der Sieg von Conchita Wurst als ein Zeichen der Toleranz in Europa betrachtet wird, ist es eine Selbstverständlichkeit, dem Urteil der 'Music Industry Professionals' dieselbe Toleranz entgegenzubringen", erklärte Thomas Schreiber, ESC-Teamchef und ARD-Unterhaltungschef, am Montag.

Eine Drohung bei Facebook gegen die ESC-Gewinnerin sei ebenso wenig hinzunehmen wie das unflätige Beschimpfen der deutschen Jurymitglieder für ihre Wahl, betonte Schreiber. "Alle Jurymitglieder sind, unabhängig vom Lebensalter, Größen in der deutschen Popmusik und können erwarten, für ihr Urteil mit einem Mindestmaß an Respekt und Anstand behandelt zu werden."

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