Mi, 23. Mai 2018

Hunderte evakuiert

19.01.2014 17:13

Flammeninferno in norwegischem UNESCO-Erbe

Die als UNESCO-Weltkulturerbe eingetragene Altstadt der norwegischen Ortschaft Lärdalsöyri ist am Wochenende von einem verheerenden Großbrand heimgesucht worden. Mindestens 23 Häuser wurden zerstört - darunter neben Industriegebäuden, Gemeindezentren, Ferienhäusern und Wohnhäusern auch mindestens drei der historischen Holzhäuser. Mehr als 50 Menschen mussten ins Krankenhaus gebracht werden, teilten die Behörden der Region Lärdal mit.

Das Feuer in der gut 200 Kilometer nordwestlich von Oslo gelegenen Ortschaft war am Samstagabend gegen 23 Uhr in einer Wohnung ausgebrochen. Die Polizei evakuierte daraufhin Hunderte Menschen aus dem Zentrum des 1.200-Einwohner-Städtchens Lärdalsöyri, das an einem Seitenarm des Sognefjords liegt.

Augenzeugen sprachen von einem regelrechten Flammeninferno in der Nacht auf Sonntag. Ein Feuerwehr-Mitarbeiter sagte gegenüber der norwegischen Zeitung "VG" (Verdens Gang), er habe bisher noch nie etwas vergleichbares erlebt. Mindestens drei der denkmalgeschützten historischen Holzhäuser wurden bei dem Brand zerstört. Bürgermeister Jan Geir Soldal appellierte an seine Mitbürger: "Helft euch gegenseitig."

Kameradrohnen behinderten Hubschrauber
Starker Wind und ein Stromausfall behinderten die Feuerwehr. Außerdem sollen laut "VG" private Kameradrohnen Hubschrauber bei ihrem Anflug gestört haben. Die Polizei appellierte an die Bevölkerung, ihre ferngesteuerten Privatflugkörper in der derzeitigen Situation nicht zu verwenden.

Angefacht durch Sturmböen waren die Flammen auch am Sonntagnachmittag noch nicht gelöscht. Zudem bereiten den Einsatzkräften laut der Nachrichtenseite "newsinenglish.no" Gaskanister in der Stadt große Sorgen. Demnach bestehe erhöhte Explosionsgefahr.

Premierministerin Erna Solberg dankte über Twitter allen Einsatzkräften für ihre Hilfe. "Unsere Gedanken sind bei all jenen, die ihr Zuhause verloren oder Verletzungen erlitten haben", erklärte die Regierungschefin.

UNESCO-Weltkulturerbe
Lärdalsöyri erhielt den Status eines UNESCO-Weltkulturerbes wegen seiner bisher 161 im Ortskern erhaltenen Holzhäuser aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Die Gemeinde Lärdal hatte sich zu Beginn der Neuzeit wegen seiner günstigen Verkehrslage und der Nähe zu mehreren Häfen zu einem wichtigen Umschlagsplatz für den Handel in Norwegen entwickelt.

Heute leben ungefähr 1.100 Menschen in Lärdalsöyri - rund ein Drittel davon in dem vom Großbrand verheerten historischen Stadtkern.

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