Mi, 23. Mai 2018

Bewegung in Syrien

07.01.2014 18:47

Erste Ladung Chemiewaffen außer Landes gebracht

Fünf Monate nach den verheerenden Giftgas-Angriffen in Syrien hat der Abtransport der chemischen Waffen aus dem Bürgerkriegsland begonnen. Die erste Ladung der hochgiftigen Kampfstoffe sei am Dienstag von zwei Standorten in Syrien zur Hafenstadt Latakia gebracht und auf ein dänisches Schiff geladen worden. Das teilte die Organisation für ein Verbot von Chemiewaffen (OPCW) mit.

Das Schiff habe begleitet von dänischen, norwegischen und syrischen Schiffen syrisches Gewässer verlassen. Ursprünglich sollten die Chemiewaffen bereits zum 31. Dezember aus Syrien abtransportiert sein. Die syrische Regierung schaffte es aber nicht, die Bestandteile rechtzeitig nach Latakia zu bringen. Als Gründe wurden die Kämpfe, schlechtes Wetter sowie logistische Probleme angeführt. Ein neuer Zeitplan wurde nicht vorgelegt.

"Das Schiff wird solange in internationalen Gewässern bleiben, bis eine neue Ladung in Latakia bereitsteht", teilte OPCW-Sprecher Michael Luhan der Nachrichtenagentur dpa mit. Rund 500 Tonnen mit den giftigsten Kampfstoffen sollen in den nächsten Tagen auf Lastwagen zur Hafenstadt gebracht und dann in Etappen auf das dänische Schiff umgeladen werden. Aus Sicherheitsgründen wird es nach Angaben des Sprechers in der Zwischenzeit auf See bleiben, bewacht von dänischer, norwegischer, russischer und chinesischer Marine. Einzelheiten zu dem ersten Transport und zu der Art und Menge der Chemiewaffen wollte Luhan nicht nennen.

Vernichtung erfolgt auf US-Spezialschiff
Nach dem vom UNO-Sicherheitsrat und der Kontrollbehörde verabschiedeten Vernichtungsplan sollen zunächst rund 500 Tonnen der giftigsten Kampfstoffe wie Sarin und Senfgas vernichtet werden. Die Chemiewaffen werden nach den Plänen in einem noch nicht genannten italienischen Hafen auf das US-Spezialschiff "MV Cape Ray" umgeladen und dann auf See neutralisiert. Insgesamt soll das Regime von Präsident Bashar al-Assad über etwa 1.500 Tonnen Giftgas sowie waffentaugliche Chemikalien verfügt haben.

Bis Mitte des Jahres sollten alle Chemiewaffen Syriens laut UNO-Sicherheitsrats-Beschluss vernichtet sein. "Diese Frist kann trotz der Verzögerung eingehalten werden", sagte der OPCW-Sprecher.

Internationaler Druck führte zu Abkommen
Syrien hatte unter internationalem Druck der Zerstörung seines Chemiewaffenarsenals in einem Abkommen mit dem Verbündeten Russland und den USA zugestimmt. Die USA hatten mit einem Militärschlag gedroht, nachdem bei einem Giftgasangriff in Damaskus im August Hunderte Menschen getötet worden waren. Die Den Haager Kontrollbehörde, die im vergangen Jahr mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde, soll den Transport und die Vernichtung kontrollieren.

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