Mo, 11. Dezember 2017

"Etwas besser"

02.01.2014 12:05

Feinstaubbelastung 2013 leicht zurückgegangen

Die Feinstaubbelastung ist im Jahr 2013 in Österreich leicht zurückgegangen. Laut Berechnungen des Umweltbundesamtes (UBA) wurde der erlaubte Jahresgrenzwert dennoch noch an jeder siebenten Messstelle überschritten. Am höchsten war die Belastung in Graz. Der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) fordert deshalb verstärkte Maßnahmen im Verkehrsbereich, sowie mehr Öffis für Pendler und eine Partikelfilterpflicht für alte Lkws.

"Etwas besser, aber bei Weitem noch nicht gut genug", bilanzierte VCÖ-Expertin Bettina Urbanek am Donnerstag. "Im Interesse der Gesundheit der Bevölkerung sind weitere Maßnahmen zu setzen, um die Luftqualität in Österreich zu verbessern." Im Vorjahr wurde an 19 von 127 Messstellen der Feinstaub-Jahresgrenzwert überschritten. Im Jahr 2012 war bei 20 Messstellen der Wert zu hoch, im Jahr 2011 sogar bei 76 Messstationen.

Laut VCÖ gibt es drei Hauptverursacher von Feinstaub: Verkehr, Industrie und Hausbrand (Heizungen). Urbanek: "Beim Verkehr sind es vor allem die Abgase von Dieselfahrzeugen ohne Partikelfilter, die die Luft mit vielen Feinstaubpartikeln verschmutzen. Aber auch Benzin-Pkws mit Direkteinspritzung verursachen Feinstaub."

Stärkste Belastung in Graz gemessen
"Heuer haben wir insgesamt von den günstigen Witterungsbedingungen profitiert und weniger Grenzwertüberschreitungen als in den Jahren zuvor verzeichnet. Weitere Maßnahmen sind jedoch auch in Zukunft notwendig, um die Feinstaubbelastung weiter zu senken, die Grenzwerte flächendeckend einzuhalten und die Gesundheit der Bevölkerung besser zu schützen", erklärte Jürgen Schneider vom UBA.

Der stärksten Feinstaubbelastung war die Bevölkerung in Graz ausgesetzt. An der Messstelle Don Bosco wurde an 48 Tagen der Tagesgrenzwert von 50 Mikrogramm Feinstaub pro Kubikmeter Luft überschritten.

Keine Überschreitungen im Burgenland und in Vorarlberg
"Damit wurde der in Österreich erlaubte Grenzwert von 25 Tagen um fast das Doppelte überschritten", kritisierte Urbanek. Zu hoch war die Feinstaubbelastung auch in Leibnitz, Linz, Wien, Klosterneuburg, Wolfsberg, St. Pölten, Hallein, Innsbruck und Stockerau. Die Bilanz könnte sich allerdings noch etwas verbessern, es dürfen nämlich Überschreitungen infolge von Salzstreuungen herausgerechnet werden. Lediglich im Burgenland sowie in Vorarlberg wurde an keiner Messstelle der Jahresgrenzwert überschritten.

Je kleiner die Feinstaubpartikel, desto gefährlicher
Je kleiner die Feinstaubpartikel sind, desto gefährlicher sind sie. Kleinstpartikel können in die Lungenbläschen und den Blutkreislauf eindringen und so zu Krebs, Atemwegs- und auch Herz-Kreislauferkrankungen führen. Laut VCÖ zeigen neueste Studien, dass Feinstaub bereits in Mengen, die unter dem Grenzwert liegen, sehr gesundheitsschädlich ist.

"Umso wichtiger ist es, Maßnahmen zu setzen, die den Feinstaubausstoß verringern. In den Städten ist saubere Mobilität viel stärker zu fördern. Je mehr kurze Autofahrten durch Radfahren oder Gehen ersetzt werden, umso besser ist das für die Luftqualität. Zentral ist zudem der Ausbau der öffentlichen Verkehrsverbindungen auch ins Umland der Städte", appellierte Urbanek.

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden