Mo, 21. Mai 2018

Kursmanipulationen

18.12.2013 09:15

Großbanken erteilen ihren Händlern Chat-Verbot

Um Manipulationsskandale zu verhindern, haben mehrere internationale Großbanken ihren Händlern ein Chat-Verbot erteilt, wie die Nachrichtenagentur Reuters erfuhr. Die Deutsche Bank weitet demnach ein Teilnahmeverbot für derartige Gesprächszirkel vom Devisen- und Anleihehandel auf zahlreiche andere Geschäftssparten aus und mit JPMorgan Chase untersage auch die größte US-Bank ihren Händlern die Nutzung von Chatrooms.

Chat-Plattformen stehen im Mittelpunkt der Untersuchungen von Aufsichtsbehörden, die weltweit dem Verdacht von Manipulationen wichtiger Indizes und Referenzkurse durch eine Vielzahl von Banken nachgehen. Die Branchenaufseher durchforsten Tausende von Kurz-Botschaften, um Hinweise zu erhalten, ob sich Händler unerlaubt über Kurse ausgetauscht haben. Auf diese Weise waren sie schon Ungereimtheiten bei der Ermittlung des Libor- und Euribor-Interbankenzinssatzes auf die Spur gekommen. Allein der Libor-Skandal hat die Branche bereits Milliarden an Strafzahlungen gekostet.

Die Deutsche Bank hatte bisher nur Devisen- und Anleihehändlern den Gebrauch von Chatrooms mit mehr als zwei Teilnehmern untersagt. Sie weite das Verbot nun auf Mitarbeiter im Firmenkunden- sowie Wertpapier-Geschäft aus - einschließlich des Aktienhandels. "Das gilt eigentlich für die gesamte Investmentbank", sagte ein Insider. Das Verbot werde am 1. Jänner in Kraft treten. Die Deutsche Bank lehnte eine Stellungnahme dazu ab.

Auch für private Kommunikation verboten
Die Angestellten von JPMorgan dürfen die virtuellen Treffpunkte auch nicht mehr für ihre private Kommunikation nutzen, wie es in den Kreisen hieß. Das Verbot betreffe ebenfalls Chatrooms mit mindestens drei Teilnehmern und werde noch in dieser Woche in Kraft treten. Zudem werde der bilaterale Austausch von JPMorgan-Händlern mit Kollegen anderer Banken überprüft. JPMorgan lehnte eine Stellungnahme dazu ebenfalls ab.

Gefahr durch "unpassende" Äußerungen
Die Entscheidung der US-Bank habe jedoch nicht direkt mit den Ermittlungen der Behörden wegen des Verdachts von Manipulationen im Devisenhandel zu tun, erklärte ein Insider. Vielmehr werde die Nutzung bereits seit Anfang des Jahres überprüft und nicht erst seit Beginn der Ermittlungen im Juni. "Hier ging es schon immer um mehr als nur um Devisen", sagte der Insider. Die informelle Atmosphäre der Chatrooms erhöhe ganz allgemein die Gefahr, dass sich Angestellte "unpassend" äußern.

Nach Reuters-Informationen haben auch die zusammen mit der Deutschen Bank im Devisenhandel weltweit führende US-Investmentbank Citi, die britische Barclays und die Schweizer UBS Internet-Chats verboten.

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