Sa, 16. Dezember 2017

Will strenge Regeln

17.12.2013 10:57

US-Behörde warnt vor antibakteriellen Seifen

Die US-Behörde FDA, zuständig für Lebensmittel- und Arzneimittelsicherheit, warnt vor antibakteriellen Seifen und Duschgels. Noch sei nicht nachgewiesen, dass diese besser vor Krankheiten schützen als herkömmliche Seife und Wasser, so die FDA. Zudem stünden die verwendeten Chemikalien im Verdacht, sich auf den Hormonhaushalt auszuwirken und zu antibiotikaresistenten Keimen beizutragen.

Jeden Tag werden antibakterielle Seifen und Reinigungsmittel im Fernsehen beworben. Besonders Eltern werden ins Visier genommen - herkömmliche Seifen und Reiniger könnten Kinder nicht vor gefährlichen Krankheitserregern schützen, wird da proklamiert. Dabei ist längst in zahlreichen Studien nachgewiesen, dass Kinder in übermäßig sauberen Haushalten eher an diversen Allergien und Asthma leiden. Und dass die beste Vorbeugung gegen Bakterien und Viren, etwa das Grippevirus, regelmäßiges gründliches Händewaschen mit Wasser und ganz normaler Seife ist.

Doch das Geschäft boomt offenbar, immer mehr Produkte mit "antibakteriellen" Inhaltsstoffen kommen auf den Markt. Die US-Behörde für die Überwachung von Lebensmittelsicherheit und die Arzneimittelzulassung, die Food and Drug Administration (FDA), will dem nun Einhalt gebieten.

Wirken die Seifen? "Derzeit keine Beweise"
Am Montag stellte die FDA einen Vorschlag für eine Neuregelung derartiger Produkte vor. Demnach sollen Hersteller künftig nachweisen, dass ihre Produkte sicher sind sowie effektiver bei der Vermeidung von Infektionen und Bakterienausbreitung als herkömmliche Seife. "Obwohl Konsumenten diese Produkte im Allgemeinen als effektive Hilfsmittel sehen, um die Verbreitung von Krankheitserregern zu verhindern, gibt es derzeit keine Beweise, dass sie wirksamer bei der Vorbeugung von Krankheiten sind als das Waschen mit einfacher Seife und Wasser", so die FDA.

Warnung vor "Superbakterien"
Zudem gebe es durch Untersuchungen Hinweise darauf, dass derartige Produkte sogar gefährlich sein könnten: Antibakterielle Chemikalien wie Triclosan, das in Flüssigseifen vorkommt, oder Triclocarban in festen Seifen könnten sich demnach auf den menschlichen Hormonhaushalt auswirken. Darüber hinaus vermuten Forscher laut FDA, dass antibakterielle Reiniger Bakterien zur Mutation verhelfen könnten - in noch schwieriger abzutötende Stämme. Mediziner warnen seit Längerem vor sogenannten Superbakterien, die gegen Antibiotika resistent sind.

Hersteller sollen Sicherheit garantieren
Der FDA zufolge sollen daher künftig alle Hersteller nachweisen, dass ihre antibakteriellen Produkte effektiver sind als vergleichbare herkömmliche Seifen und dass die Verwendung sicher ist. Könne ein Produzent dies nicht belegen, müsse der Artikel umbenannt und die Werbung geändert werden, so die Behörde. Für medizinische Produkte, wie sie in Krankenhäusern eingesetzt werden, sollen die neuen Regeln nicht gelten, im Visier sind die zahlreichen Güter für Endverbraucher.

Ein halbes Jahr lang soll nun über die Regeländerung der FDA debattiert werden, gleichzeitig haben die Firmen ein Jahr Zeit, neue Daten und Informationen einzubringen. Erst dann wird sich entscheiden, ob der FDA-Vorschlag in den USA umgesetzt wird.

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