Mo, 23. Oktober 2017

Nach Taifun "Haiyan"

12.11.2013 17:50

Salzburger (42) im Katastrophengebiet vermisst

Während Österreichs erste Helfer im philippinischen Katastrophengebiet eingetroffen sind und Hunderttausende Opfer vor einem weiteren anrückenden Sturm bangen, sicherte am Dienstag nun auch das Außenministerium Unterstützung zu. 500.000 Euro Soforthilfe werden zur Verfügung gestellt. Indes sorgen sich Österreicher um Angehörige, die sich in den betroffenen Gebieten befinden: Ein 42-jähriger Salzburger etwa wird seit Tagen vermisst.

"Zuletzt hab' ich mit meinem Harald vor dem Taifun telefoniert. Seither hörte ich nichts mehr von ihm. Wahrscheinlich hält er sich an der Westküste bei Angeles auf. Trotz der Katastrophe hab ich ein gutes Gefühl, dass er alles heil überstanden hat. Er war schon oft in dem Gebiet und kennt sich aus", so Marianne Kapl (Bild), Mutter des 42-Jährigen.

"Normalerweise hätte er sofort angerufen"
Trotzdem sei sie besorgt, wie Kapl gegenüber dem ORF meinte: "Es war ja dieses Jahr auch schon ein Erdbeben, da war er auch dort. Da haben wir noch gesprochen: 'Wenn wieder irgend so etwas ist, dann rufst du aber sofort an.'" Ja, sicher, natürlich, habe er damals gesagt. "Er ruft aber nicht an. Normalerweise hätte er sofort angerufen."

Die Salzburgerin hat sich bereits an das philippinische Konsulat und an das Außenministerium in Wien gewandt. Gemeinsam mit ihrem zweiten Sohn sucht sie außerdem im Internet, über die Botschaft und über Bekannte ihres vermissten Sohnes nach Hinweisen. Zudem will sie über einen Hotelier vielleicht den letzten bekannten Aufenthaltsort erfahren.

Steirer bangt um Frau und Kind
Auch in der Steiermark macht sich ein Österreicher Sorgen um seine Lieben: Der 35-jährige Wolfgang Winter hofft, dass es seiner philippinischen Frau Shelly (28) und der sechsjährigen Tochter Cassy gut geht. Die beiden waren ausgerechnet auf Heimaturlaub, als der Taifun übers Land fegte.

Winter hatte zwar schon Kontakt mit den beiden, aber die Nachricht war ernüchternd: Die Familie seiner Frau hat praktisch alles verloren. Deshalb hat der Grazer ihr bereits seine Ersparnisse nach Asien überwiesen - er hofft, dass die Hilfe ankommt und er die beiden bald wieder in seine Arme schließen kann.

Österreichische Helfer in Taifun-Region eingetroffen
Indes sind die drei rot-weiß-roten Experten von Caritas und Rotem Kreuz auf den Philippinen eingetroffen. Während das Caritas-Duo Andi Zingl und Thomas Preindl Richtung Katastrophengebiet weitergereist sind, hat sich Rotkreuz-Profi Georg Ecker in der Haupstadt Manila mit einheimischen Helfern getroffen, um erste Wasseraufbereitungsmaßnahmen zu planen. "12.000 Familien wurden bereits mit Nahrungspaketen versorgt", so Ecker im "Krone"-Telefonat.

500.000 Euro Soforthilfe von Österreich
Auch die österreichische Regierung will unterstützen und stellt für Hilfsmaßnahmen 500.000 Euro aus dem Auslandskatastrophenfonds zur Verfügung. Wie das Außenministerium am Dienstag bekannt gab, gehen die Mittel an die Internationale Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmond-Gesellschaften, die sich in Zusammenarbeit mit der lokalen Rotkreuzgesellschaft um die Erstversorgung der betroffenen Zivilbevölkerung kümmert.

"Für Österreich ist es in dieser kritischen Situation selbstverständlich, die humanitären Anstrengungen der internationalen Staatengemeinschaft zu unterstützen", erklärte Vizekanzler und Außenminister Michael Spindelegger.

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