Mo, 20. November 2017

Leiche entdeckt

04.08.2013 12:27

„Unmenschliche“ Feuerwehreinsätze bei Waldbränden

Bei dieser Hitzewelle sind es durchwegs "unmenschliche Einsätze", die die Feuerwehren derzeit bei etlichen Waldbränden erfüllen: In Kärnten kämpfen rund 230 Mann bei St. Stefan im Gailtal seit Samstagmittag gegen einen Waldbrand, der sich im unwegsamen Gelände auf eine Fläche von rund vier Hektar ausgebreitet hat. Bei den Löscharbeiten wurde auch die Leiche einer Seniorin gefunden. Die Waldbrände in Bad Ischl und am Attersee in Oberösterreich sind mittlerweile unter Kontrolle, ebenso gab es nach sechs Tagen ein vorsichtiges "Brand aus" im steirischen Gesäuse.

Das Feuer in Kärnten (Bild) war Samstagmittag aus noch unbekannter Ursache westlich der Windischen Höhe in 1.100 Metern Seehöhe ausgebrochen. Einsatzhubschrauber der Polizei und des Bundesheeres standen mit zahllosen Löschflügen im Einsatz. Wegen des unwegsamen Geländes gelang es den Einsatzkräften kaum, das Feuer unter Kontrolle zu bringen.

Bezirksfeuerwehrkommandant Rudolf Robin: "Im Norden ist es uns gelungen, eine Widerstandslinie gegen die Flammen aufzubauen. Für die Einsatzkräfte eine Herausforderung, denn sie stellen sich mit vollem Atemschutz dem Feuer - bei Rekordtemperaturen. Nach einer halben Stunde müssen sie abgelöst werden."

Leiche im Brandgebiet entdeckt
Unterstützt werden die Floriani bei diesem schwierigen Einsatz von Bergrettern. Dennoch mussten zwei Feuerwehrmänner nach einem Steinschlag und einem Sturz mit dem RK1-Hubschrauber geborgen und ins Spital geflogen werden.

Am Sonntag ging der Einsatz weiter. Dabei entdeckte ein Löschtrupp die Leiche einer 88-Jährigen. Die Frau war seit Mitte Juni aus einem Pflegeheim im Gailtal abgängig gewesen, mehrere Suchaktionen waren bereits ohne Erfolg abgebrochen worden. Die Todesursache stand vorerst noch nicht fest, die Polizei geht aber davon aus, dass die 88-Jährige eines natürlichen Todes gestorben ist.

Waldbrände in Oberösterreich unter Kontrolle
Das Feuer in einem Wald im Weißenbachtal bei Bad Ischl (Bezirk Gmunden) wurde am Sonntagnachmittag gelöscht. Zuvor noch war der Einsatz in der Nacht wegen eines Gewitters unterbrochen worden, die Regenmenge war aber zu klein für einen nachhaltigen Erfolg. Zudem war am Samstag von einem Hubschrauber aus sogar noch ein weiterer Brandherd entdeckt worden, der sich rasch ausgebreitet und eine Ausdehnung von etwa 3.000 Quadratmetern erreicht hatte.

Eine ähnliche Situation herrschte auch am "Mahdlgupf" oberhalb von Steinbach am Attersee (Bezirk Vöcklabruck), wo am Freitag - wie berichtet - ein Waldbrand ausgebrochen war (Bilder 2-5). Die brennende Fläche, die zwischendurch auf bis zu 3.000 Quadratmeter angewachsen war, konnte am Sonntag bereits weitgehend unter Kontrolle gebracht werden. Als der Einsatz bereits zu Ende zu sein schien, flackerte es aber an einer Stelle erneut auf und der Hubschrauber musste wieder aufsteigen. Dennoch rechnete die Einsatzleitung mit "Brand aus" bis zum Abend.

"Unmenschlicher Einsatz" in der Steiermark
Auch jener Waldbrand, der sechs Tage lang im steirischen Gesäuse gewütet hatte und immer wieder aufgeflammt war, wurde zumindest vorläufig erfolgreich gelöscht (Bild 6). Zuletzt fing das Gebiet in der Schlucht zwischen Weng und Gstatterboden Feuer. Die Löscharbeiten waren nach Auskunft der Feuerwehr sehr schwierig, da es sich um einen steilen Hang handelt und das Feuer durch den Kamineffekt der Schlucht immer neu angefacht wird.

"Für die Löschmannschaften im steilen Gelände war der Einsatz bei diesen Temperaturen geradezu unmenschlich", so Staffelkommandant Josef Fritz. Gearbeitet wurde zuletzt in zwei Schichten, die Mannschaften wurden von den drei Hubschraubern aus- und eingeflogen. Am Samstagabend wurden dann die Löscharbeiten eingestellt, am Sonntag fanden allerdings noch Kontrollfahrten statt, so die Feuerwehr. Insgesamt wurden für die Löscharbeiten im steilen Gelände rund 500.000 Liter Wasser verbraucht.

Feuer auch in Niederösterreich
Zu zwei Waldbränden mussten am Wochenende außerdem die Feuerwehren in Niederösterreich ausrücken. Zu einem Waldbrand im Weinviertel war es laut Bezirkskommando Hollabrunn zwischen Waitzendorf und Leodagger gekommen. Neun Feuerwehren mit 130 Mitgliedern rückten u.a. mit Wärmebildkameras aus. Die Nachlöscharbeiten dauerten bis zum Sonntag. Rasch gelöscht wurde dagegen laut Alexander Nittner vom Landesfeuerwehrkommando am Samstagabend ein Waldbrand in Maria Schutz (Bezirk Neunkirchen). Bis Sonntag früh wurde Brandwache gehalten.

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