Mo, 18. Dezember 2017

"Prakti.com"

06.06.2013 14:24

Google feiert Leinwanddebüt in Hollywood-Komödie

Können zwei Verkäufer der alten Schule - Mitte Vierzig und ohne Job - mit den smartesten jungen Talenten mithalten und sie im harten Kampf um einen begehrten Arbeitsplatz bei Google ausstechen? In der Komödie "Prakti.com" (englischer Originaltitel: "The Internship") versuchen dies Vince Vaughn und Owen Wilson. Der Film kommt in den USA diese Woche in die Kinos, in Österreich voraussichtlich erst am 20. September.

Die Arbeit in einem modernen Technologiekonzern macht Spaß, lautet die Botschaft. Sehr leistungsorientiert gehe es zu, aber mit verständnisvollen Chefs und Kollegen. Die Bezahlung und Vergütungen seien so gut, dass niemand mehr weg wolle. Für dieses Paradies wollen Nick und Billy - Wilson und Vaughn wieder vereint nach ihrem Kinohit 2005 "Die Hochzeits-Crasher" - auch eine Eintrittskarte.

Frisch arbeitslos geworden, bewerben sich die Ex-Verkäufer um einen der begehrten 1.500 Praktikumsplätze bei Google. Die beiden "Noogler" - so werden neue Googler genannt - müssen sich nun in dem Kultkonzern gegen weitaus jüngere Intelligenzbestien durchsetzen.

Gastauftritt von Google-Mitgründer Sergey Brin
Wie vielen anderen älteren Arbeitnehmern, die sich in der schnelllebigen, digitalen Arbeitswelt zurechtfinden müssen, gelingt dies Nick und Billy nicht auf Anhieb. Im Gegenteil: Die beiden sind Technologie-Dinosaurier unter den Geeks und Nerds. So rennen sie etwa hinter einem Auto her, um nach dem Weg zu fragen – nicht ahnend, dass es sich bei dem Fahrzeug um eines von Googles fahrerlosen Autos handelt. Knapp entgehen sie auch einem Zusammenstoß mit einem bärtigen Typen in Yogahosen auf einem Zweirad – gespielt von Google-Mitgründer Sergey Brin höchstpersönlich.

Der Internetkonzern arbeitete eng mit Regisseur Shawn Levy ("Nachts im Museum") zusammen, auch wenn der Film es mit der Realität auf dem Googleplex-Gelände nicht immer ganz genau nimmt. Es stimmt zwar, dass Google jedes Jahr etwa 1.500 der klügsten Collegestudenten in den USA anheuert. Allerdings müssen sie nicht wie in "Prakti.com" in Wettbewerben gegeneinander antreten. Der Bösewicht des Films, ein arroganter britischer Praktikant, wäre Firmeninsidern zufolge bei Google auch nicht willkommen.

Kritische Themen ausgespart
Gemäß dem Firmenmotto "Don't be Evil" (Sei nicht böse) bleiben heikle Themen wie die Verletzung der Privatsphäre oder Googles Monopolstellung bei der Internetsuche unerwähnt. Einspruchsrecht hatte Google zwar keines, war aber unglücklich über eine Szene, in der das fahrerlose Google-Auto einen Unfall hat, heißt es.

Der Konzern habe nicht zu dem knapp 60 Millionen Dollar schweren Filmbudget beigetragen, aber ein Mitspracherecht bei der Darstellung seiner Produkte und Firmenkultur gehabt, sagte Regisseur Levy der "Los Angeles Times". Googles Kooperation steht damit in klarem Gegensatz zu Facebook, das kein Interesse an einer Zusammenarbeit mit den Machern des Films "The Social Network" hatte. Allerdings war dieser auch deutlich kritisch im Umgang mit den handelnden Personen wie Facebook-Gründer Mark Zuckerberg.

Imagepflege für die gesamte Branche
Während Google in dem Film gut wegkommt, sei das Ziel der Zusammenarbeit die Imagepflege für die gesamte Branche gewesen, sagte jüngst der Firmenmitgründer und heutige Konzernchef Larry Page. "Computerwissenschaft hat ein Marketing-Problem, wir gelten als griesgrämige Nerds", räumte er ein. In der neuen Komödie hingegen sei der Chef von Googles Suchmaschinengeschäft, Amit Singhal, "die mit Abstand coolste Figur im Film".

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