So, 19. November 2017

„La Sesión Cubana“

13.05.2013 00:32

Zucchero mit beschwingtem Stadthallen-Konzert

So gefährlich wie der rot-grün leuchtende Krokodilkopf, der aus der Bühnenmitte Richtung Publikum ragte, sollte das Konzert des italienischen Edelbarden Zucchero am Sonntagabend in der Wiener Stadthalle doch nicht werden. Mit seinem "La Sesión Cubana"-Projekt verband der 57-jährige Hutträger italienischen Blues/Rock mit Latin-Einflüssen und sorgt damit für Jubel, Tänze und gute Stimmung.

Die Arena in Verona hat er gleich dreimal in Serie ausverkauft, auch das Hallenstadion in Zürich bebte bei den kubanischen Rhythmen des italienischen Ausnahmekünstlers Zucchero. In der Wiener Stadthalle gemahnt schon beim Intro (eine Rede von Che Guevara) alles an Kuba, wo der Sänger letztes Jahr sein neues Album "La Sesión Cubana" aufgenommen hat: Auf der Bühne befinden sich zwei rote Sterne, drei elegante Tänzerinnen im Federkleid und gleich fünf Percussionisten, die mit akribischer Taktgenauigkeit den Grundstock für den feurigen Abend bilden.

Mal sanft, mal flott
Dieser lässt weder für die Fans des italienischen Frontmannes, noch für Liebhaber von Latin-Klängen Wünsche offen. Mit den eindrucksvollen Songs "Nena", "Un Kilo" und "Cuba Libre" startet Zucchero samt Entourage in den beschwingten Abend und legt die Gitarre erst für die sanfte Ballade "Never Is A Moment" zur Seite. Mit "God Bless The Child" und "Spicinfrin Boy" schürt der Italiener geschickt Emotionen, bevor die neue Hitsingle "Guantanamera" den schwungvollen Teil des Abends einläutet.

Zucchero sorgt erst ab diesem Zeitpunkt für Publikumsinteraktion und lässt im Laufe des Sets sein Italienisch fröhlich sprudeln – wohl wissend, dass nur ein geringer Bruchteil der Anwesenden seinen Geschichten folgen kann. Viel lieber lässt er aber ohnehin seine unverkennbare Reibeisenstimme im Hallenareal erschallen. Songs wie "Ave Maria No Morro" oder "Diamante" leben neben der gekonnten Instrumentierung vor allem vom ausdrucksstarken Organ des Italieners.

Markante Bühnenpräsenz
Zudem tut der Künstler gut daran, seine wirklich großen Hits wie "Baila (Sexy Thing)" oder "Il Volo" nicht zu stark in ein kubanisches Korsett zu pressen, sondern sie für diese spezielle Tour nur marginal abzuändern. Zwischen all den Rumba-, Salsa- und Samba-Anleihen ist es doch die markante Präsenz und Stimme Zuccheros, die dieser Show das besondere Etwas verleiht. So etwa auch beim hervorragenden "Diavolo In Me", das mit kräftigen Soul- und Gospel-Referenzen beginnt und vom Künstler im weiteren Verlauf stilecht mit roter Teufelsmaske vorgetragen wird.

Auch der zweiteilige Zugabenblock hat es mit gleich sechs Songs in sich – Zucchero liebt eben Bühne, Menschen und Musik. Neben der feinen Akustiknummer "Sabor A Ti" und dem schönen "Senza Una Donna" sticht besonders der mit lateinamerikanischen Rhythmen verstärkte Partykracher "La Bamba" heraus, bei dem sich der sonst eher ruhige Frontmann von seiner gestenreichen und tanzenden Seite präsentiert.

Konfettiregen als Beiwerk
Der goldene Konfetti- und Lamettaregen nach einer impulsiven 135-Minuten-Show wäre gar nicht mehr nötig gewesen – Zucchero hat mit seiner bekömmlichen Melange aus musikalischer Raffinesse, sympathischer Ausstrahlung und guter Laune die Fanherzen schon davor im Sturm erobert.

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