Di, 21. November 2017

Seer sagten FPK ab

14.02.2013 22:12

Start der Valentins-Konzertreihe nur mäßig besucht

Im Kärntner Wahlkampf ist eine Konzertreihe anlässlich des Valentinstags, die dem Finanz- und Volkskulturreferenten Harald Dobernig (FPK) eine Anzeige wegen Amtsmissbrauch eingebracht hat und am Donnerstagabend gestartet ist, zu einem der Hauptthemen geworden. Allerdings ist das Interesse der Politik an den Shows offenbar größer als das der Bevölkerung: Trotz des kostenlosen Eintritts kamen zum ersten Konzert weniger Zuschauer als erwartet. Die Seer sagten ihren für Sonntag angesetzten Auftritt ab.

Die Mitglieder der steirischen Volksmusikgruppe begründeten ihre Absage in einer dem ORF-Radio vorliegenden E-Mail damit, dass man "unter den aktuellen Voraussetzungen am Sonntag kein Konzert in Villach" spielen werde, dieses aber gerne zu einem späteren Zeitpunkt nachgetragen werde, wenn "die Musik wieder im Vordergrund steht und die gesamte Kärntner Bevölkerung" - die letzte Passage laut dem Ö1-"Abendjournal" in fett gedruckter Schrift.

Landeshauptmann: "Wir sind ein Land des guten Tones"
Unterdessen begann die Konzertreihe am Donnerstagabend unter anderem mit dem Auftritt des Schlagersängers Silvio Samoni in Klagenfurt. Trotz des kostenlosen Eintritts blieben zahlreiche Sitzplätze im Konzerthaus leer - mit 500 Besuchern war das mit 650 Sesseln bestuhlte Konzerthaus nur eher schütter besetzt. Die anwesenden Besucher wurden von Landeshauptmann Gerhard Dörfler (FPK) mit den Worten begrüßt: "Wir sind ein Land des guten Tones."

Sondersitzung noch vor der Landtagswahl
Zum Thema Valentinstagskonzerte wird auf Antrag der SPÖ noch vor der Landtagswahl am 3. März eine Sondersitzung des Kärntner Landtages stattfinden. Klubobmann Reinhart Rohr will wissen, wie viel die "Gratis"-Konzerte von Dobernig die Steuerzahler kosten. Laut politischen Konkurrenten sollen sie mit rund 130.000 Euro zu Buche schlagen.

Dobernig verriet die tatsächlichen Kosten vorerst nicht, bezeichnete die Anschuldigung, dass diese Summe an eine FPK-nahe Agentur gezahlt worden sei, damit diese die Events organisiert, aber als "völlig absurd und eine glatte Lüge". Auch habe die Idee zur Konzertreihe nichts mit dem Wahlkampf zu tun, betonte der Landesrat, sie sei schon im Sommer des Vorjahres geboren worden.

Anzeige wegen Amtsmissbrauch
Bereits im Vorfeld hatten die Valentinstagsevents für große Kritik bei den anderen politischen Parteien gesorgt. Schließlich brachte der stellvertretende ÖVP-Chef und Wirtschaftsbunddirektor Markus Malle eine Anzeige gegen Dobernig wegen Amtsmissbrauch und Wahlkampf auf Steuerzahlerkosten bei der Korruptionsstaatsanwaltschaft an (siehe Infobox).

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