Fr, 24. November 2017

Abschiebedrama

01.02.2013 09:03

Armenier (18) freut sich über Rückkehr seiner Familie

Eine Mutter und ihr achtjähriger Sohn, die im August von Salzburg aus nach Armenien abgeschoben worden waren, sind wieder zurückgekehrt. So konnte auch der 18-jährige Geworg (Bild) - er durfte mit seinem Vater in Österreich bleiben - am Mittwoch seine Mutter und Bruder Tigran in die Arme schließen. Die Familie kann nun bis zur endgültigen Entscheidung in Puch bleiben. Die Schulkameraden am BORG Nonntal - sie wollen weiter für Geworg kämpfen - freuen sich mit.

Am Mittwoch durften Mutter und Sohn wieder österreichischen Boden unter ihren Füßen spüren - die Einreise erfolgte legal, die beiden erhielten eine Bestätigung vom Innenministerium. Die Flugkosten von rund 1.000 Euro wurden mit Spendengeldern bezahlt.

Geworg und sein Vater empfingen schließlich Mutter und Bruder in Österreich. "Wir haben sie am Flughafen in Wien abgeholt ", erzählt der talentierte Schüler, und man sieht ihm an, wie tief ihn das monatelange Zittern bewegt. Über die lange Zeit stand er mit Mama und Bruder nur via Skype in Kontakt.

"Freuen uns, dass Familie wieder zusammen sein kann"
Sein kleiner Bruder Tigran konnte das Wiedersehen an der Volksschule Neualm kaum erwarten. "Er war richtig aufgeregt ", erzählt Geworg. "Wir freuen uns alle sehr, dass die Familie wieder zusammen sein kann", unterstützt auch Direktorin Ingrid Rathmair den Kampf gegen die Abschiebung. Jetzt muss Geworg auf eine neue Asyl-Entscheidung warten. Über so viel Solidarität ist er gerührt: "Ich glaube nicht, dass das jede Schule machen würde."

"Wir haben ihn noch nie so strahlen gesehen", freut sich auch Geworgs Mitschülerin Hanna Mosler. Die Kollegen hatten sogar mit Sitzstreik und Protestlied auf die drohende Abschiebung der Familie aufmerksam gemacht. "Wir werden weiter Aktionen setzen", gibt sich Mosler kämpferisch.

Familie durch Abschiebung entzweit
Das Abschiebedrama hatte sich Anfang August 2012 abgespielt. In den frühen Morgenstunden waren die 45-jährige Ruzanna und ihr Sohn Tirgran von Beamten aus der Wohnung im Bezirk Hallein geholt und nach Armenien zurückgeschickt worden. Der Vater sowie der 18-jährige Sohn Geworg entkamen der Abschiebung. Nach einer Beschwerde der Familie beschloss der Verfassungsgerichtshof, die Abschiebung der Familie aufzuschieben, doch zu diesem Zeitpunkt waren Mutter und Sohn bereits nach Armenien zurückgekehrt.

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