Do, 14. Dezember 2017

S-Bahn-Kollision

22.01.2013 16:03

ÖBB: "Notbremsung verhinderte Schlimmeres"

Während man nach dem Zusammenstoß zweier Regionalzüge in Wien - wir berichteten (siehe Infobox) - noch auf den endgültigen Unfallbericht wartet, haben die ÖBB am Dienstag betont, dass beide Lokführer vor dem Aufprall eine Notbremsung eingeleitet und so Schlimmeres verhindert hätten. Die beiden "haben sich richtig verhalten", sagte eine Vertreterin der Bundesbahnen im Gespräch mit krone.at.

"Die Triebwagenführer haben ihre 116 Tonnen schweren S-Bahn-Garnituren von 80 km/h auf unter 25 km/h heruntergebremst, bevor die beiden Schienenfahrzeuge ineinanderprallten", führte ÖBB-Sprecherin Sarah Nettel am Dienstag aus. Zudem habe der Lokführer der aus Hütteldorf kommenden Garnitur vor dem Crash noch seinen Triebwagen verlassen und so noch einige Passagiere warnen können. Zahlreiche Passagiere hatten aber in Interviews angegeben, von einer Notbremsung vor dem Aufprall nichts mitbekommen zu haben.

ÖBB-Betriebsrat: "Vorverurteilungen nicht angebracht"
Noch am Montag hatte der ÖBB-Konzernbetriebsratsvorsitzende Roman Hebenstreit sein tiefes Mitgefühl für die Opfer des Bahnunglücks und ihre Angehörigen ausgesprochen. Gleichzeitig warnte er vor Vorverurteilungen der Beschäftigten - für Aussagen zur Unfallursache sei es viel zu früh. "Ohne Untersuchungsergebnisse ist es verfrüht und in keiner Weise angebracht, in diesem Zusammenhang bereits von menschlichem Versagen zu sprechen und Vorverurteilungen in Richtung von ÖBB-Beschäftigten zu tätigen."

Damit reagierte Hebenstreit auf jene Aussendung der Bundesbahnen, in welcher von einem "menschlichen Versagen" gesprochen wurde. Nach einer technischen Störung bei einer Weiche habe laut der Meldung das Störungsprozedere manuell in Kraft gesetzt werden müssen. "Dabei wurde von einem Mitarbeiter vergessen, ein Signal umzustellen. Der Zug 20592 von Penzing nach Hütteldorf hätte keine Fahrerlaubnis bekommen dürfen", hieß es weiter. Ein endgültiger Unfallbericht soll jedenfalls in den nächsten Tagen vorgelegt werden.

Schwerverletzte auf dem Weg der Besserung
Das Unglück hatte 41 Verletzte gefordert. Nach jüngsten Angaben befanden sich darunter vier Schwerverletzte: ein 34-jähriger Lokführer, ein Fahrgast, der unmittelbar hinter der Lokführerkabine gesessen war, eine 25-jährige Frau sowie ein 54-jähriger Mann.

Mittlerweile befinde sich der 34-Jährige, bei dem auch Lebensgefahr bestanden hatte, nach einer Notoperation in stabilem Zustand, erklärte eine Sprecherin der AUVA-Außenstelle Wien am Dienstag. Auch die anderen Schwerverletzten befinden sich laut den behandelnden Krankenhäusern auf dem Weg der Besserung.

Die Verletzungen einer 17-Jährigen - die am Montag noch zu den Schwerverletzten gezählt worden war - sollen sich als "doch nicht so schwer" herausgestellt haben. Sie sei am Dienstag bereits aus dem Spital entlassen worden, erklärte ein Sprecher der ärztlichen Leitung des Lorenz-Böhler-Krankenhauses.

Betroffener Abschnitt seit Dienstag früh freigegeben
Der Abschnitt zwischen Hütteldorf und Penzing war rund 20 Stunden lang unterbrochen. Die Fahrgäste der beiden Linien S45 und S50 mussten auf andere öffentliche Verkehrsmittel ausweichen. In der Nacht wurden die kaputten Garnituren abgeschleppt und die Schienen repariert. Die Einschränkungen wurden Dienstag früh gegen 4 Uhr wieder aufgehoben.

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