Mi, 22. November 2017

„Grober Fehler“

15.11.2012 16:56

Jäger trifft Fohlen statt Wild in OÖ: Tier eingeschläfert

Bei einer Wildschweinjagd im Mühlviertel in Oberösterreich hat ein Waidmann irrtümlich ein Western-Horse-Fohlen getroffen und schwer verletzt. Die Polizei berichtete am Donnerstag, dass das Tier, dessen Wert mit 15.000 Euro angegeben wurde, für den Reitsport nicht mehr geeignet gewesen sei und deshalb eingeschläfert wurde.

Der Vorfall ereignete sich bereits vor rund drei Wochen. Ein Autofahrer hatte gemeldet, dass eine Rotte Wildschweine vor ihm über die Straße gelaufen sei. Daraufhin legten sich einige Jäger in der Nähe eines Gestüts im Bezirk Rohrbach auf die Lauer. Ein 25-jähriger Elektriker glaubte in einem Gebüsch ein Tier wahrgenommen zu haben und feuerte.

Der Schuss traf aber kein Wildschwein, sondern das Fohlen "Nika" (Bild) auf dem Pferdehof. Das Tier wurde schwer verletzt. Weil es für den Sport nicht mehr geeignet gewesen sei, wurde es eingeschläfert, so Polizeisprecher Adolf Wöss. Laut Polizei sollte Nika ein Maturageschenk für eine 20-jährige Schülerin werden.

Direkter Treffer oder Querschläger?
Unklar ist, ob das Fohlen direkt getroffen wurde oder durch einen Querschläger. Ein Sachverhaltsbericht ging sowohl an die Bezirkshauptmannschaft als auch an die Staatsanwaltschaft. Die Behörden müssen nun über weitere Schritte entscheiden.

Bezirksjägermeister Hieronymus Spannocchi stellte in einem Bericht in der "BezirksRundschau" klar: "Ein Schuss darf nur dann abgegeben werden, wenn man absolut sicher ist, worauf man schießt. Sonst ist es jagdlich ein grober Fehler und unverantwortlich." In einem solchen Fall würde er den Entzug des Jagdscheines "absolut befürworten".

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