So, 22. Oktober 2017

Keine Spur zu Mutter

25.09.2012 17:25

OÖ: Kleine Nikola lag in Jacke gehüllt vor Arztpraxis

Ein Neugeborenes ist Dienstag früh vor einer Arztpraxis im oberösterreichischen Leonding abgelegt worden. Ein Mediziner der Linzer Landes-Frauen- und Kinderklinik holte das kleine Mädchen ab und brachte es ins Spital. Das Findelkind ist wohlauf, Krankenschwestern gaben ihm den Namen Nikola. Von der Mutter fehlt bislang jede Spur.

Gegen 8.30 Uhr hatte ein Botenfahrer den 49 Zentimeter großen und 2.370 Gramm schweren Säugling - eingewickelt in eine Fleecejacke und ein Halstuch - vor der Ordination des praktischen Arztes Dietmar Kabelka entdeckt. "Es hat geschlafen und dann gleich am Finger genuckelt", berichtete Kabelkas Ordinationsgehilfin Sieglinde Hary (im Bild mit Nikola und Dr. Kabelka).

Der Doktor versorgte das Baby und benachrichtigte die Landes-Frauen- und Kinderklinik, kurz LFKK. "Ich bin sofort mit der Rettung hingefahren", so Oberarzt Martin Weissensteiner. Das Mädchen sei lediglich ausgekühlt gewesen. Die Geburt dürfte höchstens einige Stunden her und nahe am Termin gewesen sein.

"Nabelschnur mit Wäscheklammer abgeklemmt"
"Das Baby war sauber und gepflegt, die Nabelschnur war mit einer Wäscheklammer abgeklemmt", so der Arzt. Das Kind wurde nach der Geburt gut versorgt und hatte keine sichtbaren Verletzungen. Ausgedehnte Untersuchungen im Spital habe es vorerst nicht gegeben. Das Mädchen werde einige Tage brauchen, bis es ganz stabil sei, sagte Weissensteiner. Die Obsorge übernahm die Jugendwohlfahrt.

Wenn sich die Frau innerhalb von 14 Tagen zu erkennen gebe, sei eine Rückgabe des Babys unbürokratisch möglich, so Jutta Oberweger, Pressesprecherin der LFKK. Zunächst soll Nikola nach dem Spitalsaufenthalt einen Krisenpflegeplatz erhalten - mit der Adoption werde noch zugewartet.

"Bessere Stelle aus Babyklappe oder Arzt gibt es dafür nicht"
Die Polizei nahm indes die Ermittlungen auf. Dr. Kabelka, vor dessen Praxis die Kleine gefunden wurde, könne keine seiner Patientinnen mit dem Kind in Verbindung bringen, hieß es. Dass es vor einer Ordination abgelegt worden sei, zeige, dass die Mutter sich Gedanken gemacht habe, so Oberweger. "Eine bessere Stelle als eine Babyklappe oder einen Arzt gibt es nicht für so etwas."

Die Babyklappe der Klinik, die es seit 1999 gibt, wurde bisher drei Mal in Anspruch genommen, zuletzt 2006, berichtete Weissensteiner. Das zeige, dass diese Möglichkeit nicht intensiv genutzt werde. In einem der Fälle hatte sich die Mutter gemeldet und ihr Kind wiederbekommen.

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