Di, 12. Dezember 2017

150.000 € erbeutet

12.09.2012 11:20

Kolumbianischer Trickdieb in Salzburg verurteilt

Bei drei Trickdiebstählen in Salzburg und Kärnten hat ein 39-jähriger Kolumbianer mit mehreren Komplizen innerhalb weniger Monate über 150.000 Euro erbeutet. Nach dem dritten Coup in Klagenfurt konnte ihn die Polizei allerdings festnehmen. Am Landesgericht Salzburg wurde er am Mittwoch wegen schweren Diebstahls im Rahmen einer kriminellen Vereinigung zu zwei Jahren Haft verurteilt, wovon 18 Monate auf Bewährung ausgesetzt werden. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Kennengelernt hatte der Südamerikaner seine Mittäter in Spanien. Aufgrund seiner tristen finanziellen Lage - unter anderem wurde Geld für eine medizinische Behandlung der Mutter benötigt - ließ er sich für die Diebstähle anheuern. Zum ersten Mal schlug er gemeinsam mit einer Frau im November des Vorjahres in der Spängler-Bank in Salzburg zu.

Die beiden lenkten mit einem Kauderwelsch aus Englisch und Spanisch einen Mitarbeiter ab und stahlen dabei unbemerkt einen Sack, in dem sich knapp 47.000 Euro befanden. Das Geld hatte der Bedienstete kurz davor von einer anderen Bank abgeholt, weil dort ein Sparbuch aufgelöst worden war. Als er den Diebstahl bemerkte, hatte sich das Pärchen schon aus dem Staub gemacht.

Bei Coup in Juweliergeschäft gefasst
Die Raiffeisenbank Villach "erleichterte" der Kolumbianer heuer im März um 77.000 Euro, während mehrere Komplizen die Angestellten ablenkten. Und am 8. Mai suchten sie einen Juwelier in Klagenfurt heim. Dabei wurde der Kolumbianer aber mit soeben erbeutetem Schmuck im Wert von rund 30.000 Euro gefasst. Den übrigen Dieben gelang die Flucht.

"Bitte um Entschuldigung für das, was ich gemacht habe"
Der Mann legte sofort ein umfassendes Geständnis ab, das er bei der Verhandlung am Mittwoch erneuerte. Er müsse für die Kinder seiner Brüder sorgen, weil diese von Paramilitärs ermordet worden seien, nannte er ein Motiv. "Ich bitte um Entschuldigung für das, was ich gemacht habe. Ich habe meine Lektion gelernt und möchte nach der Strafe heim nach Kolumbien. Ich habe verstanden, dass es besser ist, arm, aber dafür zu Hause zu sein", sagte er.

Die Vorsitzende des Schöffensenates, Richterin Maria Schörghuber, verurteilte den Lateinamerikaner zu 24 Monaten Haft, von denen 18 Monate nur bedingt ausgesprochen wurden. Unter Einrechnung der viermonatigen Untersuchungshaft könne er bei Rechtskraft des Urteils bereits aus der Haft entlassen werden, weil er zwei Drittel der Strafe schon verbüßt habe, so Schörghuber. Damit wird es vorerst aber noch nichts: Der Beschuldigte nahm zwar auf Anraten seiner Anwältin Pia-Maria Kurmann den Spruch an, Staatsanwalt Andreas Allex gab allerdings keine Erklärung ab.

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