Do, 23. November 2017

Pass abgenommen

16.07.2012 13:25

Mann wollte Ehefrau nach Albanien abschieben

Ein 28-jähriger Österreicher steht unter dem Verdacht, mithilfe seiner Eltern versucht zu haben, seine Ehefrau nach Albanien abzuschieben. Die Staatsanwaltschaft Wels ermittelt wegen schwerer Nötigung und Freiheitsentziehung. Demnach nahmen die Verdächtigen der 22-Jährigen Dokumente, Handy und Bankomatkarte ab, schickten ein gefälschtes Kündigungsschreiben an ihren Arbeitgeber und setzten sie in ein Flugzeug nach Tirana. Mittlerweile ist sie wieder zurück in Österreich - in einem Frauenhaus.

Der albanischstämmige 28-Jährige und die Albanerin hatten 2006 geheiratet. Sie lebten im Bezirk Vöcklabruck, so die Sicherheitsdirektion Oberösterreich am Montag über den Vorfall, der sich bereits im Herbst 2011 zugetragen hat. Der Mann soll mehrmals gegenüber seiner Frau handgreiflich geworden sein.

Im September 2011 wurde er ihrer offenbar überdrüssig. Er beschloss, sich scheiden zu lassen und die 22-Jährige mit der Hilfe seiner Eltern nach Albanien zurückzuschicken. Am 23. September teilte die Familie der Frau diese Pläne mit, nahm ihr sämtliche persönliche Gegenstände ab und zwang sie, in der Wohnung der Schwiegereltern zu übernachten, damit sie nicht mehr entkommen konnte.

Pass und Aufenthaltsgenehmigung abgenommen
Am nächsten Tag fuhr die Familie mit der Frau zum Flughafen Wien-Schwechat. Dort verlangte der Mann noch von ihr, eine Erklärung zu unterzeichnen, in der sie auf finanzielle Ansprüche verzichtet. Dann musste die 22-Jährige in Begleitung ihrer Schwiegereltern nach Tirana fliegen. Um zu verhindern, dass sie selbst nach Österreich zurückkehren kann, behielten die Verdächtigen ihren Pass und ihre österreichische Aufenthaltsgenehmigung.

Arbeitgeber schlug Alarm
Wenig später schlug der Arbeitgeber der Frau Alarm, bei dem ein offensichtlich gefälschtes Kündigungsschreiben eingegangen war. Nach derzeitigem Ermittlungsstand hat der Ehemann den Brief aufgesetzt. Die Personalstelle erstattete Anzeige. Daraufhin nahm die Polizei mithilfe des österreichischen Verbindungsbeamten in Tirana Kontakt zu dem Opfer auf. Am 17. November 2011 kehrte die Frau nach Österreich zurück. Sie wurde von Beamten des Landeskriminalamtes in einem Frauenhaus untergebracht.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt seither wegen schwerer Nötigung und Freiheitsentziehung gegen den Mann und seine Angehörigen. Das Trio ist nicht geständig. Bisher gab es seitens der Behörde eine Nachrichtensperre, erst am Montag wurden Informationen zu dem Fall veröffentlicht.

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden