Fr, 19. Jänner 2018

Nach Widersprüchen

16.05.2012 21:25

Dramatische Wende im Mordfall Peter H.: Gattin verhaftet

Dramatische Wende im Fall Peter H.: Nach dem Mord an dem in Baden-Württemberg lebenden Südtiroler Feinkosthändler hat die Polizei am Mittwochabend überraschend die Ehefrau des Opfers und deren Freund wegen dringenden Tatverdachts festgenommen. Aufgrund der Aussage der Frau des Ermordeten hatten die Ermittler zunächst nach einem anderen gefahndet - offenbar eine falsche Fährte, wie sich nun herausstellte.

Der seit mehreren Wochen in Tirol und der Schweiz herumstreifende Braunbär "M13" hatte die Polizei Ende April zur Leiche von Peter H. geführt. Ein Polizeibeamter hatte im Tiroler Bezirk Landeck unweit der Staatsgrenze mit einem Feldstecher die Gegend nach dem Bären abgesucht und zufällig den leblosen Körper auf einem Hang unterhalb einer Kehre entdeckt. Bei der Obduktion einen Tag später stellte sich schließlich heraus, dass es sich um ein Gewaltdelikt gehandelt hatte.

Am Mittwoch kam es dann im deutschen Friedrichshafen zu zwei Festnahmen, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft mit. Die 36-jährige Ehefrau und deren 43-jähriger Freund stehen im Verdacht, den 39-Jährigen aus Vahrn ermordet zu haben. Details seien von der Polizei aus ermittlungstaktischen Gründen nicht genannt worden. Über die Verdächtigen wurde am Donnerstag wegen "dringenden Tatverdachts" U-Haft verhängt.

Widersprüchliche Aussagen der Ehefrau
Nach Angaben der Frau des Ermordeten soll der Südtiroler am 20. April in seinem Wohnort in Deutschland in das Auto eines italienisch sprechenden Mannes gestiegen sein. Die Familie habe eigentlich zusammen nach Südtirol fahren wollen. Seiner Frau habe er dann aber gesagt, dass "er noch etwas zu tun habe und sie inzwischen alleine losfahren soll". Sie soll noch gesehen haben, wie der Südtiroler in dem Auto des etwa 45 Jahre alten, 1,80 Meter großen Mannes weggefahren sei.

Später kam dann noch der Verdacht hinzu, der Unbekannte könnte bei einem gemeinsamen Kaffee der Frau etwas ins Getränk geschüttet haben, weil sie kurze Zeit eingeschlafen sei. Vermutlich aufgrund dieser beiden unterschiedlichen Versionen dürfte die Frau ins Visier der Ermittler geraten sein.

Opfer mehrfach im Visier der Polizei
Das Opfer stammte ursprünglich aus Vahrn bei Brixen. Der Mann war zuletzt im Bodenseeraum wohnhaft, wo er mit Südtiroler Spezialitäten handelte. In seiner ursprünglichen Heimat war er mehrfach ins Visier der Polizei geraten. Dabei ging es um den Vorwurf der Steuerhinterziehung beim Import von Autos und Unterschlagung von Leasingautos, die in der Türkei und Bulgarien weiterverkauft worden sein sollen.

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