Mo, 22. Jänner 2018

Mit Job geködert

12.05.2012 14:53

Grazerin (15) missbraucht: Tat war eiskalt geplant

Jener 44-jährige Deutsche, der in der Nacht auf Donnerstag eine 15-jährige Grazerin unter dem Vorwand, sie als Babysitterin beschäftigen zu wollen, entführt und vergewaltigt haben soll, hat die Tat nach Angaben der Staatsanwaltschaft vollinhaltlich gestanden. Außerdem gab er zu, das Babysitter-Inserat im Internet gezielt zum Zwecke des geplanten sexuellen Übergriffes geschaltet zu haben.

Insgesamt soll der 44-Jährige in Deutschland 25 Jahre in Haft und im Maßnahmenvollzug, d.h. in Anstalten für geistig abnorme Rechtsbrecher, verbracht haben. Er war offenbar auch mehrfach wegen einschlägiger Sexualdelikte und auch wegen Diebstahls verurteilt worden. Diese Angaben habe der Verdächtige bei den Einvernahmen selbst gemacht, sie müssten noch überprüft werden, so Hans Jörg Bacher, Sprecher der Staatsanwaltschaft Graz.

Deutscher stellte raffinierte Falle
Das Mädchen war laut Bacher am Mittwoch in eine raffinierte Falle des Verdächtigen getappt: Er hatte über eine Internetplattform eine Babysitterin gesucht, die 15-Jährige hatte auf das Stellenangebot geantwortet und auch ihre Mutter über ihr Vorhaben informiert. Mit dem Deutschen - in Graz war er seit Anfang April zur Umschulung, er wollte seinen Job bei einer Security-Firma aufgeben und in den Bahnbereich wechseln - wurde ein Treffpunkt vereinbart: bei der Tram-Endstation in der Krenngasse.

Dort war das Mädchen dann am Mittwoch gegen 20.30 Uhr zu dem Mann in den Wagen gestiegen. Die 15-Jährige hielt zunächst mit ihrer Mutter per SMS Kontakt, dann rief die Frau an: Da allerdings hob der Verdächtige ab, im Hintergrund hörte die Mutter das Weinen des Mädchens. Dann wurde das Gespräch unterbrochen, worauf die Frau umgehend die Polizei alarmierte.

Vergewaltigt und mit Waffe bedroht
In der Zwischenzeit machte die junge Grazerin laut Bacher ein wahres Martyrium durch. Der mutmaßliche Täter schaltete ihr Mobiltelefon aus, wodurch sich eine versuchte Peilung der Polizei schwierig gestaltete. Der 44-jährige Verdächtige fuhr mit seinem Opfer nach Slowenien, wo er sich an dem Mädchen verging und ihr dabei auch mit einer Waffe - diese stellte sich später als Schreckschusspistole heraus - drohte.

Nach der schrecklichen Tat fuhr der mutmaßliche Täter mit dem Mädchen wieder zurück nach Österreich, in Richtung Obersteiermark. Am Donnerstag gegen 5.45 Uhr verursachte der Mann schließlich im Rayon der Autobahnpolizei Trieben bei Wald am Schoberpass einen Unfall: Der Entführer war infolge Sekundenschlafs von der Fahrbahn abgekommen und der Kleinwagen hatte sich überschlagen.

Mädchen lässt Mann im Spital auffliegen
Beide Insassen, also Opfer und Täter, wurden verletzt und nach der Erstversorgung vor Ort ins UKH Kalwang gebracht. Um die Spuren zu verwischen, gab der 44-Jährige einen falschen Namen für das Mädchen an. Das Opfer nutzte aber die Gelegenheit, als sie von ihrem Peiniger getrennt wurde, und vertraute sich einem Arzt an. Wenig später klickten für den 44-Jährigen die Handschellen.

Nicht geklärt ist bislang, warum der Mann einerseits seine Spuren zu verwischen trachtete, andererseits seine richtige Telefonnummer und seinen echten Namen verwendet hatte und mit einem Firmen-Pkw mit Aufschrift unterwegs war.

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