Do, 14. Dezember 2017

Mundart räumt ab

01.05.2012 23:30

Hubert von Goisern beim Amadeus: "I hätt' schon g'nua"

Mundart ist heuer hoch im Kurs im Popgeschäft: Nach einer Pause im Vorjahr wurden am Dienstagabend im Wiener Volkstheater wieder die Amadeus Austrian Music Awards vergeben und präsentierten zwei große Gewinner: Hubert von Goisern konnte sich nach seinem Nummer-eins-Hit "Brenna tuats guat" über den Amadeus für das Album des Jahres ("EntwederUndOder") sowie den Pop/Rock-Award freuen, Andreas Gabalier (Bild 2) über Auszeichnungen in den Kategorien "Live Act" und "Schlager".

Als Hubert von Goisern den Preis für das Album des Jahres entgegennahm, dankte er vor allem seiner Band, die er sogleich auf die Bühne bat, und seinem Manager Hage Hein, der ihn immer wieder auf ebenjene trete, "denn i hätt' schon g'nua".

Wenige Minuten vor der Show hatte er die Bedeutung des Amadeus als Branchentreff, der sich wie eine Familienfeier anfühle, betont: "Und Awards sind ein besserer Anlass als eine Leich'."

Zwei Preise gab es auch für Andreas Gabalier, im vergangenen Jahr mit seinen Alben Verkaufsschlager Nummer eins in Österreich. Der sympathische "VolksRock'n'Roller" wurde als bester Live Act und - keine große Überraschung - in der Kategorie "Schlager" ausgezeichnet. Seinen Erfolg kann er sich selbst nur schwer erklären, schwört aber auf seine Stilmischung: "Das passt anscheinend. Und angesichts der Krise haben wohl viele Leute wieder die schönen Seiten der Heimat entdeckt und zu den einfachen Werten zurückgefunden."

Mundart ist wieder groß in Mode
Und auch in den weiteren Kategorien gab es dialektfreudige Gewinner: Der Song des Jahres kommt vom Holstuonarmusigbigbandclub ("Vo Mello bis ge Schoppornou") aus Vorarlberg, die härtesten Saiten aus Österreich zieht augenscheinlich die oberösterreichische Formation Krautschädl auf, die mit ihrer Mischung aus Metal, Ska und Alternative Rock die Kategorie "Hard & Heavy" für sich entscheiden konnte. Wiener Lied in modernem Gewand liefern 5/8erl in Ehr'n: Die fünfköpfige Band durfte den Amadeus in der Kategorie "Jazz/World/Blues" entgegennehmen.

Dass Rap "(k)a Ponyhof" ist, stellte die HipHop-Formation Die Vamummtn vergangenes Jahr mit ihrem Debütalbum fest, diesmal durfte sie sich über einen Amadeus in der entsprechenden Kategorie freuen. Etwas kurios dafür die Auszeichnung für den besten Alternative-Act, der an die Punkband 3 Feet Smaller ging - und das nicht, weil direkt auf der Bühne mit der Mama telefoniert wurde: Erst vor wenigen Tagen gab die Gruppe rund um Frontmann Marcus Smaller bekannt, vorrübergehend eine kreative Pause einlegen zu wollen.

Weiterhin sehr aktiv dagegen Parov Stelar, der vor Kurzem das Album "The Princess" vorlegte: Der bereits zweimal für einen FM4-Award nominierte DJ konnte heuer die Fachjury-Nominierung in der Kategorie "Electronic/Dance" beim anschließenden Online-Voting in eine Auszeichnung ummünzen. Der FM4-Award ging an M185, die Jungen Zillertaler wiederum gingen in der Kategorie "Volkstümliche Musik" als Sieger hervor.

Wirklich emotional wurde es am Ende, als Ernst Grissemann die Laudatio auf den Preisträger für das Lebenswerk hielt: Man erinnerte sich in Gedanken, Worten und Bildern an Ludwig Hirsch, sein langjähriger Partner Johnny Bertl nahm schließlich den Preis entgegen. "Die Zutaten für Musik sind seit 1.000 Jahren dieselben. Nur das richtige Zusammensetzen kann man nur von großen Meistern lernen. Und derer war Ludwig Hirsch einer." Für den im vergangenen Jahr verstorbenen Künstler gab es Standing Ovations.

Trackshittaz gehen leer aus
Mit leeren Händen nach Hause gingen dafür die jeweils dreifach nominierten Electro Guzzi und die Trackshittaz. Die diesjährigen Song-Contest-Starter für Österreich durften dafür mit einem Auftritt zum musikalischen Rahmenprogramm bei der zwölften Auflage der Amadeus Awards.

Das Publikum bekam in den insgesamt zwei Stunden, die von Manuel Rubey sowie Bianca Schwarzjirg pointiert moderiert wurden, zudem einiges serviert, darunter Auftritte der Preisträger Hubert von Goisern und der Jungen Zillertaler sowie ein Stück des aktuellen Albums von Wolfgang Ambros. "Lucky" fühlen durfte man sich bei einer mehr als gelungenen Zusammenarbeit von US-Musiker Jason Mraz - seines Zeichens der diesjährige Stargast - mit Sängerin Saint Lu.

Die Sieger im Überblick:

  • Album des Jahres: Hubert von Goisern - "EntwederUndOder"
  • Song des Jahres: Holstuonarmusigbigbandclub - "Vo Mello bis ge Schoppornou"
  • Best Live Act: Andreas Gabalier
  • FM4-Award: M185
  • Alternative: 3 Feet Smaller
  • Electronic/Dance: Parov Stelar
  • Hard & Heavy: Krautschädl
  • HipHop/RnB: Die Vamummtn
  • Jazz/World/Blues: 5/8erl in Ehr'n
  • Pop/Rock: Hubert von Goisern
  • Schlager: Andreas Gabalier
  • Volkstümliche Musik: Die Jungen Zillertaler
  • Lebenswerk: Ludwig Hirsch
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