Fr, 15. Dezember 2017

A echte Hetz(e)

17.04.2012 12:14

Schweißtreibender Spaß mit "Kinect Rush"

Pixar – kaum ein anderer Name hat das Genre des Animationsfilms so entscheidend geprägt wie das seit 1991 zu Disney gehörende Studio. Auf das Konto des kalifornischen Unternehmens gehen Blockbuster wie "Toy Story", "Findet Nemo" oder "Ratatouille". Grund genug also, der Animationsschmiede mit "Kinect Rush" für Microsofts Bewegungssteuerung auch ein spielerisches Denkmal zu setzen.

"Kinect Rush" entführt den Spieler in den idyllisch gelegenen Pixar Park, dessen Kulisse als interaktives Menü fungiert: Von hier aus starten die Spieler wahlweise alleine oder zu zweit in die insgesamt fünf verschiedenen Themenwelten. Die schlechte Nachricht vorweg: Roboter Wall-E und Clownfisch Nemo haben es nicht ins Spiel geschafft. Mit spielbaren Episoden aus dem "Toy Story"-Universum, "Die Unglaublichen", "Cars", "Ratatouille" und "Oben" gibt es aber dennoch reichlich Stoff für Fans des Animationsstudios.

Wie schon bei "Kinect Star Wars" (siehe Infobox) fällt dabei positiv auf, dass jede der in mehrere kürzere Abschnitte unterteilten Themenwelten ein eigener Storystrang zugrunde liegt, der sich wie ein roter Faden durch die insgesamt rund 30 Minuten währenden Abenteuer zieht. Das sorgt nicht nur für Spannung, sondern schafft zugleich eine gewisse Motivationsgrundlage. Schließlich will man ja wissen, warum man als Ratte über die Dächer von Paris jagt oder zusammen mit Pfadfinder Russel durch den Dschungel hetzt.

Nichts für Couch-Potatos
Denn eines haben alle fünf Pixar-Welten gemein: Sie verlangen vollen Körpereinsatz vom Spieler. Da wird geklettert, gehangelt, geschwommen, gerudert und gerutscht. Als im wahrsten Sinne des Wortes am atemberaubendsten erweist sich neben den häufigen Sprungeinlagen aber die ständige Rennerei auf der Stelle, um die jeweilige Hauptfigur durch die liebevoll animierten Hindernisparcours zu lotsen.

Abzüge in der B-Note
Das funktioniert prinzipiell recht gut, gerade das Lenken um enge Kurven durch Drehen der Schulter bereitet Kinect aber doch immer wieder Probleme. Dann heißt es stehenbleiben und sich langsam neu ausrichten. Das ist insofern ärgerlich, weil über den Erfolg einer Mission neben eingesammelten Münzen auch die Zeit entscheidend ist. Je länger man braucht, desto weniger Punkte gibt es am Ende und desto länger braucht es, die nachfolgenden Spielabschnitte sowie Bonus-Herausforderungen freizuschalten.

Kurzes Vergnügen
Allzu schwer ist "Kinect Rush" aber trotzdem nicht, was die vornehmlich junge Zielgruppe des Spiels den Machern sicherlich danken dürfte. Ist man versehentlich mal ins Leere gesprungen oder hat die Liane, mit der es den Abgrund zu überwinden gilt, nicht erwischt, wird das Spiel umgehend wenige Augenblicke vor dem Zeitpunkt des eigenen Scheiterns fortgesetzt. Besonders eilige Spieler dürften den Titel daher nach rund drei Stunden durch haben – was zugegebenermaßen nicht sehr viel ist.

Wiedersehen macht Freude
Es lohnt sich allerdings, ein zweites oder gar drittes Mal zurückzukommen. Zum einen, weil es im Spiel mit einem zweiten Mitspieler noch eine ordentliche Portion unterhaltsamer ist. Zum anderen, weil in jedem Level mehrere Routen, versteckte Abschnitte und andere Geheimnisse darauf warten, entdeckt zu werden. Auch der Optik wegen lohnt sich ein Widersehen, bieten doch vor allem die "Ratatouille"- und "Toy Story"-Abschnitte aufgrund ihrer ungewöhnlichen Perspektive aus Ratten- bzw. Spielzeughöhe sehr amüsante Ein- und Ansichten.

Fazit: Die Spieldauer könnte länger sein, die Steuerung exakter. Unterm Strich überwiegt beim Spielen von "Kinect Rush" jedoch der positive Gesamteindruck. Verantwortlich für diesen zeichnen neben der optischen Aufmachung und der Zwei-Spieler-Komponente vor allem die jeweiligen Handlungsstränge, die aus der für sich genommen bloßen Anhäufung von Mini-Games ein vor allem für die Kleinen spannendes Abenteuer machen.

Plattform: Xbox 360 (erfordert Kinect)
Publisher: Microsoft
krone.at-Wertung: 8/10

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